#pfuikaka – Ist es wirklich immer besser alles hygienisch zu halten?

Hallo Mamas, Papas, und die, die es mal werden wollen!

Heute möchte ich mich mal mit einem Thema auseinandersetzen, das viele Eltern kennen.

– Das Kind spielt in der Sandkiste, bekommt ein bisschen Sand in den Mund, und wie soll man jetzt reagieren? Wenn man allein beim Spielplatz ist, lässt man es vielleicht mal durchgehen. Aber was mach ich, wenn ich von drei weiteren Müttern beobachtet werde? Ich schrei natürlich: “NEIN, Mark – nicht in den Mund! Pfuikaka!” Und schon renn ich und wasche ihm den Mund aus.

– Das Kind spielt im Bad und die Hände sind voller Staub, da ich seit 3 Tagen nicht staubgesaugt habe. Da die Zähne gerade wachsen ist das Baby mit den Fingern dauernd im Mund. Werde ich ihm jetzt sofort die Hände waschen, um zu verhindern, dass er ja keinen Dreck in den Mund bekommt, oder werd ich es ignorieren oder so tun, als hätte ich nichts gesehen?

trendmum_baby_hygiene_sauberkeit_dreck

Aber was ist nun ungesund und was nicht? Man hört ja immer wieder von Mamas, die täglich alles in der Küche desinfizieren, alle Babysachen sterilisieren, die Spielsachen täglich sauber machen und abwischen. Und dann wieder diejenigen, die Hunde und Katzen zu Hause haben, kaum aufwischen und die Kinder trotzdem auf dem Boden spielen.

Ich machte mich mal auf eine spannende Internetrecherche und berichte nun hier darüber. Vieles davon habe ich direkt zitiert, damit nicht wichtige Infos verloren gehen. Damit ihr aber nicht das Internet durchforschen müsst, habe ich das für euch getan.

BB-Mom Magazine:

“Eine bekannte Studie belegt, dass Bauernkinder, die im Stall mit vielen Keimen in Berührung kommen, weniger oft Allergien bekommen, als Stadtkinder, die in einer sterilen Umgebung aufwachsen. Für den Haushalt bedeutet das, ein gesundes Mittelmaß zu finden. Werden alle Oberflächen ständig mit antibakteriellen Reinigern bearbeitet, können sich sogar Bakterienresistenzen bilden. …. Auch Raumsprays zur Luftreinigung sind in Haushalten mit kleinen Kindern nicht ideal. Sie können zu Duftstoffallergien führen.”

“Keine Angst vor Impfungen. Immer wieder wird behauptet, Impfungen würden das Immunsystem von Säuglingen überlasten und deshalb Allergien auslösen. Zahlreiche seriöse Studien widerlegen das. Ärzte empfehlen deshalt, auch allergiegefährdete Säuglinge impfen zu lassen.”

Baby-Rocks:

http://www.babyrocks.de/warum-kinder-nicht-steril-aufwachsen-sollten/

“Wie alles an einem Kind, muss sich auch das Immunsystem erst entwickeln. Die Folge: Kinder sind in den ersten Lebensjahren häufiger krank als Erwachsene. Jedoch sind Krippenkinder härter im Nehmen als Kinder, die keine Krippe besuchen. Warum? Sie stecken sich gegenseitig an, das Immunsystem kann sich besser ausbilden. Windpocken sind ein typisches Beispiel dafür: Hat sie einer, haben sie alle.

Ist die Wohnung keimfrei, nennt man das steril. Hygiene bedeutet hingegen, die Keime auf ein erträgliches Maß zu reduzieren. Wie heißt es so schön? »Dreck ist gesund«. Ein provokanter aber wahrer Satz: Wird das Immunsystem von Kindern als auch von Erwachsenen nicht mit Erregern konfrontiert, läuft es Amok. Die Folge sind Allergien und Krankheiten, wie beispielsweise Neurodermitis oder Asthma. Man sollte also davon absehen, insbesondere als Eltern, die Wohnung steril zu gestalten. Auch wenn Sie es gut meinen. Ihr Kind soll die Chance haben sich gesund zu entwickeln: Dazu gehören eben auch kleinere Krankheiten oder die Konfrontation mit Schmutz.”

Der Standard.at

http://derstandard.at/1378248926920/Schmutzfimmel-Wie-viel-Dreck-darf-sein

“Entsprechend zurückhaltend sind Ärztinnen und Ärzte heute mit Empfehlungen zur Allergie-Vorbeugung. “Vor 20 Jahren, bevor ich begonnen habe, an dieser Materie zu arbeiten, hatten wir klare Richtlinien für Schwangere: Sie dürfen keine gefährlichen Allergene essen, sollen nicht mit Hausstaub in Kontakt kommen, keine Schimmelpilzbelastung im Umfeld haben und keine Tierexposition,” erinnert sich Kinderarzt Szepfalusi. Heute ist alles anders: Die Allergen-Expositionsprophylaxe ist weggefallen, werdende Mutter haben alle Freiheiten, sofern sie selbst keine Allergie haben. “Wir wissen mittlerweile aus Studien, dass diese Präventionsmaßnahmen nichts bringen. Das Kleinkind soll zwar die ersten vier Monate gestillt werden, darf dann aber alle Allergene langsam und ohne Einschränkung über Nahrungsmittel zu sich nehmen,” so Szepfalusi.”

OMO.at

https://www.omo.at/dreck-ist-gut/

“Wir denken, dass Dreck gut für Kinder ist, denn ohne Dreck keine Erfahrung. Dreck ist ein Zeichen von Abenteuer. Es ist ein Zeichen dafür, dass wir mitten im Leben stehen und vom Leben lernen. Kinder lernen nicht nur, indem man sie unterrichtet. Sie lernen durch praktisches Handeln. Etwas anpacken, entdecken und praktisch ausprobieren sind essentiell für eine gesunde und glückliche Entwicklung.”

Zeit.de

http://www.zeit.de/2011/16/L-Weber-Matsch

“Unsere lieben Kleinen daddeln am Computer oder hängen stundenlang vor dem Fernseher. Ihr Alltag ist durchgetaktet, festgezurrt auf Autorücksitzen, werden sie von einer Aktivität zur nächsten chauffiert. Da ist kaum verwunderlich, dass inzwischen mehr als die Hälfte aller deutschen Jugendlichen chronische psychosomatische Störungen aufweist, Depressionen, Ängste, Essstörungen oder das Zappelphilippsyndrom ADS.Dagegen hilft, die Knirpse mehr draußen spielen zu lassen und ihnen mehr Freiheiten zu gewähren. Auch diese Forderung hören wir nicht das erste Mal. Aber die radikalen Argumente, mit denen Weber sie begründet, sind bedenkens-, in jedem Fall lesenswert. Es ist gut, Amseln an ihrem Ruf zu erkennen oder zu beobachten, wie Spinnen Fliegen in ihren Netzen fangen. Aber nicht in erster Linie, weil das Kind dadurch zum Ass in Biologie wird und als Erwachsener womöglich den ökonomischen Wert von Artenvielfalt einzuschätzen vermag. Weber geht es um weit mehr als um diesen funktionellen Aspekt: Natur macht gesund, lautet seine These. Seelisch gesund. Denn der Kontakt zu Bäumen, Wiesen und Tieren sei »Bestandteil der eigenen humanen Identität«.

Also, liebe Eltern und Erziehende: Lassen Sie Wildnis zu, auch wenn es unordentlich aussieht. Schicken Sie die Kinder zum Spielen nach draußen, sooft es geht. Erkunden Sie mit Ihren Sprösslingen, was diese am Wegesrand entdecken, in Pfützen oder unter vermoderten Ästen – auch wenn Sie sich davor ekeln. Selbst überfahrene Frösche oder Igelleichen sind interessant, weil sie nicht weglaufen. Die verendeten Würmer können Sie zu Hause erst einmal unter der Lupe betrachten, bevor Sie sie diskret entsorgen.”

Focus.de

http://www.focus.de/familie/kindergesundheit/dreck-schuetzt-kinder-vor-asthma-internationale-studie-bestaetigt_id_2356925.html

“Dreck stärkt das Immunsystem und schützt Kinder so vor Allergien und Asthma. Das hat ein Forscherteam um Torsten Olszak von der Ludwig-Maximilians-Universität München und Richard Blumberg aus Boston herausgefunden. Die Wissenschaftler verglichen in einer groß angelegten Versuchsreihe normale Labormäuse mit besonders keimfrei gehaltenen Mäusen.

„Es zeigte sich, dass die keimfreien Mäuse besonders viele natürliche Killer-T-Zellen in der Lunge und im Darm haben, die nach Aktivierung eine Reihe von Botenstoffen ausschütten, die bei Autoimmunkrankheiten und Entzündungen eine Rolle spielen.“

Die keimfreien Mäuse waren im Vergleich zu den anderen Labormäusen anfälliger für Asthma und eine der menschlichen Colitis ulcerosa verwandten Darmentzündung.”

So meine Lieben.

Das war ein Teil meiner Internetrecherche.

Ihr seht also, dass Dreck durchaus gesund sein kann. Man darf sich nicht immer gleich erschrecken, wenn Kinder etwas in den Mund nehmen, was wir vielleicht eklig finden. Manchmal hat das ganze schon seit Gutes. Ich hoffe, dass ihr etwas aus dem Beitrag mitnehmen konntet, und dass jeder einen gesunden Mittelweg für sich findet.

XoXo,

Eure Trendmum

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