#soistes – Ich bleibe keine 18 Jahre zu Hause und ich stehe dazu

Hallo meine lieben Mamis und braven Leser,

 

aus gegebenem Anlass möchte ich über ein Thema schreiben, dass mir sehr am Herzen liegt. Einige haben es auf meinen Social Media Kanälen mitbekommen, dass es Diskussionen zu diesem Thema gegeben hat und jetzt möchte ich mal meinen Gedanken dazu freien Lauf lassen.

 

Bevor es los geht möchte ich aber noch folgende Punkte klarstellen:

 

  • Dies ist meine persönliche Meinung. Ich verurteile keine Mamas, die ihr Leben komplett ihrer Familie und ihren Kindern widmen. Ich bewundere so etwas sogar sehr. Ich kenne eine Familie mit 12 Kindern. Die Mama ist komplett der Familie verschrieben und könnte auch gar nicht arbeiten gehen. Sie lebt für ihre Familie. Und ich bewundere sie. Ja sogar sehr. Ich liebe ihre Art, ich liebe es, dass sie dafür lebt und alles dafür macht, dass es ihren Kindern gut geht.
  • Ich persönlich bin nicht nach 2 Wochen wieder arbeiten gegangen!
    Davon sind viele nach meinem Post auf Instagram ausgegangen, aber ich war tatsächlich fast ein ganzes Jahr komplett zu Hause mit meinem Kind. Ich habe zwischendurch immer wieder von zu Hause gearbeitet, aber ledglich wenn mein Kleiner geschlafen hat oder er bei der Oma war. Nichts desto trotz musste ich mich irgendwann dazu entscheiden meinen Kleinen mit 8 Monaten zu einer Tagesmutter zu geben. Das aber nicht täglich von 8-18 Uhr sondern er war zu Beginn 2-3 Tage die Woche von 08:00-14:00 bei einer Tagesmutter, wobei er von 12:00-14:00 seinen Mittagsschlaf gehalten hat.
  • Ja, ich wäre finanziell dazu in der Lage nur mehr zu Hause zu bleiben, mich von meinem Mann durchfüttern zu lassen und mir ein schönes Leben zu machen. Und das können nicht viele von sich behaupten, und mir ist natürlich bewusst, dass es komisch für aussenstehende klingt und dass ich mich zu den Wenigen Glücklichen zählen kann, die so etwas sagen können – Aber ich habe mich trotzdem bewusst dazu entschieden auch als Mama wieder in das Berufsleben einzusteigen.

 

Diese Punkte sind mal klargestellt.

 

Also los geht’s:

Viele Mamas sagen von sich selber, dass sie es so sehr lieben Mama zu sein, dass sie am liebsten 18 Jahre lang zu Hause bleiben würden. Und das pro Kind. Das sind aber keine Mamas, wie oben erwähnt, die 12 Kinder haben, sondern Mamas, die 2 Kinder haben.

Und ich kann das verstehen.

Ich liebe es auch Mama zu sein. Ich liebe es einfach nur aufzustehen, mich um mein Kind zu kümmern, es aufwachsen zu sehen, den Haushalt zu machen, Wäsche zu waschen und zu bügeln und das Essen fertig zu haben, wenn der Mann nach Hause kommt.

Natürlich ist das ein schönes Leben und ich könnte es mir teilweise auch vorstellen.

Aber das war’s dann eben doch nicht ganz, für mich.

 

Ich bin doch jemand, der etwas für seine Bildung getan hat. (Und nein, das soll keine Andeutung sein, dass es Full-Time Mamas nicht getan haben.)

Und ich erwarte auch von meinen Kindern irgendwann mal eine gute Ausbildung zu haben und im Stande zu sein ihr eigenes Geld zu verdienen. Ich erwarte von meinen Kindern alles im Leben dafür zu geben um ihre Ziele und Träume verwirklichen zu können. Ich möchte, dass meine Kinder Kämpfer sind. Ja – so ist es.

 

Ich habe hart dafür gekämpft meinen Abschluss an der Uni zu machen. Ich habe zwei Jahre lang Tag und Nacht gelernt, nebenher gearbeitet, jede freie Minute in der Uni-Bibliothek verbracht. Und ja, ich habe es geliebt. Und ich liebe es immer noch mich weiterzubilden. Erst vor Kurzem habe ich wieder einen weiterbildenden Kurs absolviert, der mir helfen soll, meine Karriere noch weiter anzutreiben. Mein Traum ist es nämlich irgendwann mal eine eigene Kanzlei in meinem Bereich zu haben. Und dafür muss man halt hart kämpfen.

Ich liebe es, wenn ich etwas Erreicht habe. Sagen zu können, dass ich das alles erreicht habe, weil ich dafür gekämpft habe. Ich liebe es meinen Verstand einzusetzen und Dinge in der Firma zu lösen, die Andere nicht haben lösen können. Und ja, darauf kann ich verdammt stolz sein. Es ist absolut Nichts, für was ich mich schämen müsste. Ganz im Gegenteil. Ich arbeite in unserer Familienfirma seit dem ich 16 Jahre alt bin. Ich bin mittlerweile 28 Jahre alt und mich kann Nichts mehr abschrecken. Ja ich hatte es mit Ämtern, mit unverschämten Firmen, mit Angestellten, mit Gerichten und so weiter zu tun. Und ich habe viel in der Firma erreichen können und das aus eigener Kraft. So etwas treibt mich an.

 

Und warum ich euch das erzähle? Nicht um euch zu zeigen wie gut ich bin.

Ich erzähle euch das, weil genau diese Dinge mir dabei helfen eine ausgeglichene Mama zu sein. Ich arbeite an diesen Tagen nicht von Früh bis Abends. Nein – ich arbeite vielleicht von 08:00-maximal 14:00.

ABER: Ich habe nach solchen Ereignissen das Gefühl etwas erreicht zu haben und nun kann ich meine ganze Kraft, Freude und Liebe nach der Arbeit meinen Kindern geben. Solche Dinge geben mir Motivation im Leben weiterzumachen. Ich habe nach solchen Arbeitstagen, an denen ich etwas erreicht habe und unser Firmenanwalt dem Geschäftsführer erzählt, dass ohne mich der Fall nicht zu gewinnen gewesen wäre, ein ganz neues Lebensgefühl.

 

Und es gibt dann halt solche Tage, Wochen, an denen nicht viel zu tun ist. An denen ich Zeit für mich, den Haushalt und die Wäsche habe. Und das sind dann diese Tage an denen ich mir denke – Puh, das ist einfach zu viel. Zu viel was? Na Hausarbeit. Ich bin genervt, überfordert und mein Kleiner bekommt das auch mit. Trotz der vielen “Freizeit”.

An diesen Tagen und Wochen, an denen ich viel Arbeit habe, bekomme ich alles unter einen Hut. Die Arbeit, die Familie, die Kinder, den Haushalt, Alles. Ich habe für alles Zeit und keiner hat das Gefühl ich vernachlässige ihn.

Und dann gibt es diese Tage, an denen Nichts voran geht. An denen ich Zeit hätte mich nur auf “Familiendinge” zu konzentrieren. Und trotzdem geht Nichts voran.

 

Und warum nicht?

 

Weil es eben unterschiedliche Typen von Menschen gibt. Es gibt welche, die gehen in ihrer Arbeit als Vollzeit Mutti auf. Genau diese Momente, die sie im Familienleben erleben, die ich vorhin beschrieben habe, die treiben sie voran. Und ich finde es bewundernswert und ich verurteile es in Keinster Weise.

Aber dann gibt es eben so Menschen wie Mich. Die im Leben aufblühen und auch im Familienleben vorankommen, wenn sie auch in der Arbeit weiterkommen. Und auch hier sollte sich KEINER das Recht herausnehmen das zu verurteilen. Weil Menschen arbeiten. Das ist das Dümmste, was ich je gehört habe, Menschen zu verurteilen, weil sie im Leben etwas erreicht haben oder dafür kämpfen etwas zu erreichen.

 

Und ja, das ist meine Meinung.

 

XoXo,

Eure Trendmum

 

 

6 thoughts

  1. Liebe Trendmum,

    ein toller Beitrag und das sage ich, obwohl ich genau den anderen Weg gegangen bin und Vollzeitmami bin (mit abgeschlossenem Studium)! Wichtig finde ich immer, und das sagst du ja auch so schön, dass es unterschiedliche Typen gibt und auch unterschiedliche Wege… Die Familie muss mit ihrem Modell glücklich sein!

    Liebe Grüße

    Sylvi von Mom’s favorites and more

      1. Also: Ich habe eher das Gefühl, dass ich mich ständig rechtfertigen muss für unser Lebensmodell und auf viele negative Meinungen dazu stoße. Aber wahrscheinlich ist es egal, wie man es macht… Es gibt immer Gegenwind!!

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