#welcometomyworld – Ein Schnitt der Alles verändert

Hallo ihr Lieben!

Ich melde mich zurück mit einem Gastbeitrag von Anna, einer ganz lieben Leserin, die genau so wie ich einen Kaiserschnitt hatte.

Viel Spaß beim Lesen! <3

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Anna Kaiserschnitt trendmum

Ich habe mich nie mit dem Thema Kaiserschnitt auseinander gesetzt. Nie. Wieso auch?

In meiner Schwangerschaft war ich jung und gesund, es gab nie Probleme oder andere Risiken. Alles lief wie am Schnürchen, also stand für mich fest dieses Baby kommt super natürlich zu Welt, Punkt aus!

Ich wollte es aber noch natürlicher haben und habe alle Ratschläge der Hebammen befolgt! Ich war in Schwangerschaftsyoga und Akupunktur, hab regelmäßig Himbeerblättertee getrunken, bin zu speziellen Frauengeburtsvorbereitungsstunden gegangen und habe sogar mit Epino trainiert. Alles um dann am Schluss doch per Kaiserschnitt zu entbinden.

Immer noch verdrehen innerlich viele Mütter bei diesem Thema die Augen. Mir hat sogar eine ältere Mutter gesagt, mit Kaiserschnitt entbunden zu haben ist wie kein Kind auf die Welt bringen sondern nur wie eine  Operation zu haben.

Meine Tochter Mila hat sich sehr lange Zeit gelassen. Je näher der ET kommt, desto nervöser wird man. Je mehr Tage zum ET dazu kommen desto verrückter werden die Eltern!

Ich habe mich mit meinen Mann dazu entschlossen bei +10 einzuleiten! Aus heutiger Sicht hätte ich lieber noch ein paar Tage gewartet, aber wie gesagt, wir waren schon super verrückt bei + 10.

Einen Tag vor der Einleitung wurde ich bereits im Krankenhaus aufgenommen und um 5 Uhr morgens gab es dann das erste Einleitungszäpfchen!  Da Zäpfchen Nummer 1 nichts ausgelöst hat, kam um 11 Uhr der Oberarzt mit Zäpfchen Nummer zwei und einer 2 cm Muttermundöffnung noch gratis dazu. Aua!

Und 20 Minuten später waren sie auch schon da, die heiß ersehnten Wehen, aber leider nicht so wie sie jeder beschrieben hat. Sie waren gleich von Beginn viel zu stark und der Abstand viel zu kurz. Der Weg vom Zimmer in den Kreissaal dauerte 3 Wehen. Im Kreißsaal hat die Hebamme Periduralanästhesie nicht einmal zu Ende aussprechen können und ich hab schon ganz laut JA geschrien. Eine weitere Nachdosierung der PDA, aufgeschnittene Fruchtblase, eine Ungewollte Darm und Magenentleerung später, saßen zwei Hebammen mit mir am Bett und versuchten meine Tochter aus dem Bauch zu drücken, der Arzt vorne mit dabei, mein Mann hinter mir, der Anästhesist hat schon wieder vor der Tür gewartet und ich habe versucht zu pressen! Die Herztöne waren schon den ganzen Tag über nicht optimal und dann wurden plötzlich alle ganz unruhig und hektisch! Die Hebammen stiegen vom Bett und lösten die Sicherungen vom Bett, der Arzt rief im OP an und schrie ROT – Alarm es ist Sectio Rot! Der Anästhesist kam rein und sprang aufs Bett um wieder nach zu dosieren, während das Bett bereits den Gang runter rollte, die Hebammen schrien herum dass alle den Weg frei machen sollten und als ich mich zu meinem Mann umdrehen wollte um mich zu verabschieden, war ich bereits im OP Bereich!

Es vergingen 6 Minuten von dem Zeitpunkt als wir aus dem Kreissaal raus waren, bis der Arzt rief: “Kind ist geboren!”

Sechs Minuten in denen ich alles mitbekommen habe und in denen Gedanken durch meinen Kopf gelaufen sind die ich nicht in der Lage bin auszusprechen.

Zum Glück ging alles gut aus, meine Tochter sah ich dann 2 Stunden später als mein Mann mit ihr im Arm ins Aufwachzimmer herein kam.

Wenn ich an unsere Geburt denke ist dieser Moment der mich immer wieder zum Weinen bring!

Bin ich traurig darüber wie die Geburt verlaufen ist? War die ganze Vorbereitung umsonst? Bin ich weniger Mama als eine spontan gebärende Mama?

NEIN! Beziehungsweise: Nein nicht mehr!

Es braucht viel Zeit eine Geburt zu verdauen! Vor allem wenn es gar nicht so kommt wie man es sich gedacht hat.

Ich bin stolz auf meine 10 cm lange etwas schiefe, da es bei uns ja schnell ging, aber trotzdem schöne Narbe. Hätte es diesen Schnitt nicht gegeben, wäre Mila heute nicht bei uns!

Ich bin Mutter und weiß leider nicht wie sich Presswehen anfühlen. Sicher sehr schmerzhaft! Aber das Gefühl auf einem Tisch zu liegen und nicht zu wissen ob man Diesen lebend und mit gesundem Kind oder überhaupt mit seinem Kind verlassen wird, ist das Schmerzhafteste was ich je gefühlt habe; Und wünsche es Niemanden.

Egal ob spontane Geburt, geplant, ungeplant oder ein gewünschter Kaiserschnitt aus welchem Grund auch immer… Eine Mutter weiß immer was das Beste für sie und ihr Kind ist. Es ist ein Wunder der Natur, es ist eine Geburt zu 100%, jede einzelne individuell, schön und natürlich.

trendmum Kaiserschnitt Anna

Anna trendmum Kaiserschnitt

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