#maketime – Mama, bitte entschleunige die Zeit

Mit drei Monaten den ersten Babybrei, mit vier Monaten das erste Mal auf den Rücken drehen und zurück, mit fünf Monaten durchschlafen, mit sieben Monaten krabbeln, mit acht Monaten gehen, mit zehn Monaten trocken sein und mit einem Jahr schon die ersten Worte sprechen
Ja, das ist der Zeitraum, in dem Babys ihre ersten Meilensteine machen. Oder nicht?
Vor kurzem erst habe ich ein Bericht darüber geschrieben, was für meine Lieblingsfragen in einem Smalltalk sind, wenn man mal wieder Menschen trifft, die man schon lange nicht gesehen hat. 
Meistens kommt dann so eine Frage: “und, schläft er schon durch?” – oder “und, kann er schon gehen?” 

Ich habe auch schon von Babys gehört, die mit zehn Monaten trocken waren. Kindern, deren Mamas schon sehr früh ihre Kinder sehr stark fördern!

Ich möchte nicht sagen, dass es etwas schlechtes ist. Es gibt Kinder die sind dazu in der Lage sind und es gibt Kinder, die es schon von alleine machen. Diese Meilensteine.

Aber ich habe auch bei mir selber gemerkt, dass ich bei unserem ersten Sohn die Zeit selber sehr gedrängt habe. Was ich damit meine?

Ich konnte es kaum erwarten, dass er sich endlich mal auf den Rücken dreht. Ich konnte es kaum erwarten, dass er seine ersten Schritte macht. Ich habe ihn mit einem Jahr das erste Mal schon auf das Töpfchen gesetzt. Natürlich hatte er keine Ahnung was er da macht, und auch wenn mal etwas reingegangen ist, hieß das nicht, dass er dann wusste was er da macht und warum er das gemacht hat! 

Ich habe jeden seiner Meilensteine aufs sehnsüchtigste erwartet! 

Als ich vor einigen Wochen bei einer Bekannten war habe ich sie gefragt ob sie ihre 15 Monate alte Tochter nicht schon auf Töpfchen setzen mag?! Ich habe genauso eine nervige Frage gestellt, die sie mir sonst andere stellen würden. Sie hat gemeint, dass sie es probiert hat, aber dass sie gemerkt hat dass ihre Tochter nicht genau weiß was sie da machen soll. Also habe ich ihr von diesem einem Kind erzählt, dass mit zehn Monaten schon trocken war. Ich habe ihr erzählt, dass dieses Kind auch Nachts wach wird, um auf Töpfchen zu gehen! Und dann fragte sie mich etwas, womit ich überhaupt nicht gerechnet habe: “Aber warum muss man das machen? Warum dürfen die Babys nicht einfach Babys sein? Warum muss man die Zeit immer so drängen?” Ich war so überrascht von ihrer Antwort und musste ihr aber sofort Recht geben. Warum sollte man es machen?

Als gebürtige Rumänin weiss ich, dass es früher so üblich war, die Kinder so schnell wie möglich an das Töpfchen zu gewöhnen. Der Hintergrund war aber nicht der, um mit anderen Müttern zu konkurrieren und zu zeigen wie schnell ihr Kind denn schon trocken ist, sondern einfach weil man keine Windeln hatte. Man hatte auch keine Waschmaschinen. Die Stoffwindeln mussten also per Hand gewaschen werden. Oft wurden Mütter auch recht schnell wieder schwanger. Damit sich die Stoffwindelberge also mit zwei Kindern nicht häuften, war es in Rumänien Brauch, dass die Mütter die Kinder so schnell wie möglich trocken bekommen wollten. 

Aber warum sollte man das heute machen? Es gibt Windeln in allen Formen, Größen und Preisklassen. Man muss sich also nicht beeilen, einem Kind das Töpfchen gehen so schnell wie möglich beizubringen. 
Ich bin jetzt beim Töpfchen Thema hängen geblieben. Aber mit diesem Thema wollte ich einfach nur veranschaulichen was ich mit diesen ganzen Beitrag schreiben will.
Es ist mein Anliegen Müttern zu vermitteln die Zeit mit ihren Kindern zu genießen! Die Zeit rennt einem nur so davon! Man hetzt sich von einem Ort zum anderen, man hat 100 Dinge die man am Tag erledigen muss. Viel zu wenig nehmen wir uns die Zeit den Tag mit unseren Babys oder unseren Kindern zu genießen.

Erst seitdem mein zweiter Sohn auf die Welt gekommen ist habe ich gelernt die Zeit mit meinen beiden Söhnen zu schätzen. Ich habe gemerkt wie schnell mein Großer gewachsen ist. Von einem Tag auf den anderen konnte er Sachen sagen und aussprechen, von denen ich nicht mal gewusst habe, dass er sie versteht.

Ich versuche jeden Meilenstein einfach auf mich zukommen zu lassen, und nicht im Internet nachzuschauen im welchen Monat dann welcher Zahn draußen sein sollte. 
Ich versuche einfach die Zeit zu genießen!
Und das ist auch mein Appell mit diesem Beitrag: Mama, bitte entschleunige die Zeit! Genieße jeden Moment, genieße die Abende zusammen im Bett, genieße die Zeit die du gerade beim Spielen verbringen musst. Du bekommst diese Zeit nie wieder zurück. Verinnerliche sie in vollen Zügen. 

XoXo, 

deine Trendmum 

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