#workingmom – Warum eine Vollzeitmami genauso viel zu tun hat, wie eine Working Mom

(VORAB aufgrund einiger Reaktionen: Ich bin selber berufstätige Mutter. Dieser Beitrag soll in keinster Weise arbeitstätige Mütter bashen. Ich gehe nicht auf die Vaterrolle in diesem Artikel ein. Will ich auch nicht. Ist ein komplett anderes Thema. Es ist nur ein Einwand. Ein Augenöffner. Ein Appell an alle “working Moms”, die denken sie sind besser als “not working Moms”. Und das schreibe ich als berufstätige Mutter! Und der Grund warum ich diese 2 Begriffe gewählt habe (Working mom & Vollzeitmutter), ist dass es eine Erleichterung ist und ich nicht jedes mal ausführen muss, wen ich gerade meine. Soll auch keine Anspielung sein, dass Vollzeitmütter nicht arbeiten, oder das working Moms nicht immer Mütter sind.)

 


 

Hallo meine Lieben,

vor fast zwei Jahren verfasste ich den Beitrag #wasmachstdubloßdenganzentag – der Alltag einer Mama

Dies ist einer der meistgelesenen Artikel auf meinen Blog und bringt mir auch noch nach fast zwei Jahren täglich Klicks. Warum? Weil sich die meisten Mütter einfach damit identifizieren können. Er brachte mir extrem viel Feedback und 95 % der Leser stimmen mir zu: Der Alltag als Mama ist hart. Kinder erziehen ist hart.

Vor kurzem habe ich den Beitrag wieder mal auf meiner Facebook Seite geteilt und zum ersten Mal kamen auch negative Kommentare.

Grundsätzlich stören mich solche Kommentare nicht, aber eine Leserin meinte dieses Mal: “Also ich kann die Frage “was machst du bloß den ganzen Tag” schon gut verstehen. Ich habe direkt nach dem Mutterschutz wieder angefangen zu arbeiten und werde es auch bei meinem zweiten Kind so handhaben. Ich würde sonst tatsächlich Langeweile schieben, vor Allem Intellektuell. Ich finde die Entschuldigungen von Muttis, die ihren Alltag nicht strukturiert bekommen lächerlich und beschämend. Schwangerschaft und Kindererziehung ist doch kein Hexenwerk!”

So weit so gut.

Dieser Kommentar brachte mich dazu diesen Beitrag zu verfassen. Nicht weil ich mich angegriffen gefühlt habe, sondern weil ich ein wichtiges Thema aufgreifen will. Nämlich dieses, dass arbeitende Mütter denken, sie sind Superhelden und so weit über Vollzeitmuttis stehen, dass sie auf diese herabschauen können und ihren “Stress” oder “Alltagswahnsinn” als lächerlich oder beschämend bezeichnen dürfen.

Ich sag dir mal was, liebe Leserin.

Ich bin selber eine working mom. Beim Großen waren die Umstände noch etwas anders und aufgrund der Selbstständigkeit meines Mannes musste ich gleich nach seiner Geburt  wieder arbeiten. Aufgrund dessen, dass ich es einfach nicht geschafft habe meine Arbeit fertig zu machen (obwohl ich von zu Hause aus arbeiten konnte), ist mein Großer mit 8 Monaten für zwei Tage pro Woche zu einer Tagesmutter gekommen.

Ich selber würde mich ja schon als eine Powerfrau bezeichnen und Leute, die mich persönlich kennen wissen, dass ich mich so gut wie nie über zu viel Arbeit oder Stress beklage. Im Gegenteil. Ich liebe Stress, Herausforderungen, ich liebe es in Arbeit zu versinken. Weil ich einfach so bin.

Auch jetzt, bei unserem zweiten Sohn, bin ich nach 11 Monaten wieder Teilzeit arbeiten gegangen.

Aber: Die Tage an denen ich im Büro arbeite und Klienten betreuen muss, Bilanzen fertig machen muss, hinter Kunden hinterhertelefonieren muss und ihnen Druck mache, dass sie mir endlich die versprochenen Unterlagen zusenden sollen, sind Tausendmal entspannter, als die Tage an denen wir zusammen zu Hause sind.

Denn lasst uns mal eines klarstellen. Was macht man denn den ganzen Tag mit einem Kind zu Hause? Fernschauen? Darf das dein Kind überhaupt? Bei uns gibt es da ja so Grenzen.

Ich war nun 11 Monate lang Vollzeitmutti.

Was ich gemacht habe?

(Und mit diesen ganzen Punkten will ich mich sicherlich nicht beschweren, wie viel Arbeit es ist und wie schwer doch alles ist. Aber ich möchte doch klarstellen, dass es Aufwand bedeutet. Körperlich – wie auch Geistig)

  • Den Haushalt jeden Tag in Schach halten
    Ja, auch mit zwei Kindern mache ich den Haushalt komplett alleine. Wenn mich Bekannte fragen, warum ich mir denn keine Haushaltshilfe “gönnen” würde, denn dann hätte ich ja viel mehr Zeit für die Kinder, kann ich ihnen nur müde zulächeln. Ich bin Hausfrau & Mutter und der Haushalt gehört da dazu. Ich möchte es alleine schaffen und nicht jemanden dafür bezahlen meine Arbeit zu machen.
  • Mit Kindern zähne putzen, anziehen, für den Tag bereit machen
  • Die Kinder zu bestimmten Zeiten schlafen legen
    Schafft man es nicht Kinder zu bestimmten Zeiten schlafen zu legen, schreien sie den ganzen Tag. Jede Mutter kann mir da sicherlich zustimmen. Und wenn nicht, dann sag ich euch etwas: MEIN Kleiner schreit, wenn er übermüdet ist. Dieser Punkt klingt vielleicht banal, aber es gibt Kinder bei denen das Schlafen legen ein richtig körperlicher Kraftakt wird. Es gibt Kinder, die nur in den Schlaf getragen werden wollen (und nein: ich habe es ihm nicht selber angewöhnt) und es gibt Kinder, die weinen mal eine halbe Stunde lang, weil sie schlafen gehen sollen. (Eigentlich machen sie es auch, wenn sie dann übermüdet sind. Somit ist die Weinerei ab einer bestimmten Tageszeit vorprogrammiert)Und ja: Ich liebe die Schlafenslegenzeit so sehr, auch wenn es manchmal so an den Kräften zerrt, weil es so eine innige Zeit mit meinen Kindern ist. Ich möchte diese Momente einfach nicht missen.
  • Waschen, Trocknen, Bügeln (Manchmal täglich)
    Denn ratet mal, wie viel Wäsche in einem 4-Personenhaushalt zusammen kommt
  • Täglich gesund kochen
  • Einkaufen
    Um täglich gesund und frisch kochen zu können, muss man auch einkaufen gehen um die Zutaten zu besorgen. Und nein, mit zwei Kindern in einen Supermarkt zu fahren ist alles andere als easy peasy
  • Mit den Kindern spielen und die Kinder fördern
    Auch das gehört klar zum Erziehen dazu. Und nein, es ist kein Hexenwerk, aber doch viel Arbeit. Ich nehme mir die Zeit ihnen die Welt zu erklären, ihnen zu erklären, warum es regnet, ich zeichne mit ihnen, zeige ihnen wie man das ABC schreibt, wie man zählt, bringe ihnen bei, dass es Tage und Monate gibt, ich zeige ihnen wie man Palatschinken machen und wie ich die Avocado gerade aus der Schale mit ein Löffel rauskratze… und und und…Das alles sind Erinnerungen, die ich mit meinem Kind erlebe. Die ich – wenn ich Vollzeit arbeiten würde – eher weniger erleben würde, weil mein Kind das woanders lernen würde. Ich behaupte ja nicht, dass sie es nicht lernen, aber sie erleben all diese Momente mit einer anderen Person, die sich um meine Kinder kümmert, während ich arbeiten gehen (Und das soll keine Kritik an arbeitende Mütter sein! Ich gehe selber Teilzeit arbeiten. Ich zeige nur, warum sich vielleicht andere Mütter für einen anderen Weg entscheiden)
  • Mit den Kindern rausgehen
    Ja – auch wenn man mal viel zu tun hat und man eigentlich gar nicht raus will. Kinder sollten täglich an die frische Luft und nicht wie ein Gefangener Tag und Nacht im Haus gehalten werden. Auch das gehört für mich dazu.
  • Den Saft aufwischen, den der Kleine im ganzen Wohnzimmer verteilt hat, weil der Große vergessen hat, den Becher zurück auf den Tisch zu legen
  • Kindern zu essen geben
    Auch dieser Punkt klingt banal. Doch es hat Zeiten gegeben, da wollte mein Großer zum Beispiel einfach mal nichts essen. Wäre ich nicht dahinter gewesen, ihm essen zu geben hätte er auch schon mal drei Tage lang nichts gegessen. Deswegen kann es vorkommen, dass das Essen “geben” pro Mahlzeit schon mal eine ganze Stunde dauern kann
  • Den Großen trösten, weil ihm der Kleine schon wieder sein Lieblingsspielzeug aus der Hand genommen hat. Dem Kleinen das Spielzeug weg nehmen und dem Großen zurück geben und versuchen etwas von “Teilen” dahin zu reden, während man den Kleinen beruhigen muss, weil er jetzt kein Spielzeug mehr in der Hand hat
  • Badewannenzeit
    Vor Allem im Sommer bei so Hitzewellen wie heuer gehört die tägliche Badewannenzeit zum Tagesablauf. Dabei muss ich immer wieder schauen, dass die Beiden keinen Blödsinn treiben und wenn ich merke, dass der Kleine zu überenergisch ist, muss ich auch schon mal daneben sitzen bleiben.
  • Kinder Bettfertig machen, Pyjama anziehen, was zu einem richtigen “catch me if you can” Film werden kann, Milch vorbereiten, erklären warum wer, welche Flasche bekommt, Flaschen werden untereinander ausgetauscht, Zähne putzen (der Große rebelliert, weil ich die Elsa Zahnpasta und nicht die Lightning McQueen Zahnpasta genommen habe) und nochmal schlafen legen!

Ihr seht, diese Dinge klingen nicht sehr zeitaufwändig.  Doch verschlingen sie den ganzen Tag einer Mutter. Und ich habe da nicht die Zeiten aufgezählt, an denen die Mama mal selber etwas Essen will oder mal Duschen oder Zähneputzen geht. Es geht nicht darum, dass es anstrengend ist oder dass man sich beschweren will, wie hart es als Mama ist. Es geht aber doch darum aufzuzeigen, dass Mütter den ganzen Tag beschäftigt sind.

Und wer mir dann noch kommt mit: “Dann hast du deine Kinder schlecht erzogen” oder “vielleicht solltest du deine Kinder unter Kontrolle bringen”….

…dem sage ich, dass ich keine Maschinen, keine Soldaten erziehe. Sondern Menschen mit eigenen Meinungen, mit Bedürfnissen, mit einer Stimme. Jeder der mir erzählt, sein Kind macht den ganzen Tag, was er soll und gehorcht seiner Mutter zu 100% und will nie etwas anderes, als das was ihm seine Mama gerade anbietet… dem kann ich sowieso nichts mehr erzählen. Denn der verdrängt eindeutig die Realität.

EDIT: Ich möchte auf die Kernaussage des Beitrages zurückkommen. Dass eine Alltagsmami viel mehr zu tun und vielleicht viel mehr Stress hat als eine Working Mom. Viele verstehen diese Aussage nicht. Auch bei mir in der Arbeit fragt man mich ständig wie ich das alles unter einen Hut bringen würde. Aber ich finde tatsächlich, dass man als arbeitende Mutter einen entscheidenden Vorteil hat. Man kommt raus aus dem Haus. Man kommt mal weg vom Alltagswahnsinn mit Kindern. Man kommt weg vom ständigem Geschrei, Geweine, vom “Ich will jetzt aber das” oder “Warum darf ich nicht das?”.  Man kann mal gedanklich abschalten. Innerlich zur Ruhe kommen. Und auch wenn es vielleicht nicht auf all eine Leser 100%ig zutrifft, so tut es das aber in sehr sehr vielen der Fälle, wie man am Feedback erkennen kann.

Kinder, die mit ihrer Mutter den ganzen Tag zu Hause sind machen viel Dreck. Machen viel Blödsinn. Dies machen sie in dem Haushalt, den du den ganzen Tag versucht sauber zu halten. Vielleicht bemühst du dich gar nicht mehr? Tja, das würde für mich halt nicht in Frage kommen, weil ich selbst so ein chaotischer Mensch bin, dass ich zumindest die Ordnung zu Hause für mein inneres Wohlbefinden brauche. Sind die Kinder dabei nicht zu Hause, sind sie im Kindergarten, bei der Oma, bei der Tagesmutter oder in irgendeiner anderer Betreuungseinrichtung können sie sich dort austoben, dort Chaos verbreiten und kommen ganz erschöpft vom vielen Spielen nach Hause. Diese Erfahrungen habe ich zum Beispiel gemacht. Deswegen bereue ich es auch nicht eine Mutter zu sein, die einem bezahltem Job nachgeht. Weil ich merke, dass wir dadurch alle sehr ausgeglichen sind und ich die Zeit mit meinen Kindern zu Hause dann viel viel Effektiver nutzen kann und wir diese Zeit hundert mal mehr genießen.

Ich möchte eines klarstellen:
Ich habe den aller aller größten Respekt vor jeder Vollzeitmutti. Und ich selber – als working mom – weiß genau, wie viel Arbeit es ist bei den Kindern zu Hause zu bleiben.

Liebe Vollzeitmamis: You rock the world!

Und jeder, der auf euch herabschaut, sollte sich schämen.

XoXo,

Eure Trendmum


 

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28 thoughts

  1. Super geschrieben,Paula….mein Mann hat malngemrint,dass ich eh den ganzen Tag zuhause bin und ergo eh urrr viel Teit hätte. Mehr hat er garnicht sagen müssen und ich habe Ihm die Leviten gelesen. Er selbst hat es nicht geschafft Nora 2 Stunden bei Laune zu halten und nebenbei zig Dinge zu erledigen. Jede Mama ist wunderbar und jede Mama geht an ihre Grenzen. Stop the bashing

    1. So toll, dass du ihn gleich eingespannt hast… Meist kommen solche Kommentare von Leuten, die keine oder bereits erwachsene Kinder haben oder das Glück haben, dass die Partnerin das meiste stemmt.

  2. Sehr schön auf den Punkt gebracht!!! Bevor ich Kinder hat, habe ich mir nie im Leben vorstellen können, wieviel Arbeit so kleine Menschen tatsächlich machen! zu Hause mit einem oder zwei kinder zu sein, ist eine enorme Leistungubd verdammt viel Arbeit. Ich bin in einer Woche mit meinen zwei Kids erschöpfter als nach einer 50 Stunden Woche ohne Kids.

  3. Sehr schön geschrieben Paula!! Wir sind uns in der Denkweise sehr ähnlich…. ich halte auch nicht viel von Kindermädchen und Putzfrau weil ich so wie du Hausfrau& Mutter& teilzeit arbeite, aber ich möchte alles alleine schaffen, die Kinder selbst erziehen, und selbst den Haushalt machen will! Es ist nicht leicht, aber am Ende des Tages bin ich stolz alles allein zu schaffen
    Die Zeit verfliegt viel zu schnell, dass man die Erziehung der Kinder einer “fremden anvertraut”!
    Ja und du hast Recht indem du sagst, dass man 2 Tage im Büro ausschalten kann, aus dem täglichen Ablauf ein bißchen raus kommt, an den freien Tage hat man eine qualitative Zeit mit den Kindern!
    Wenn die Kinder größer werden und in die Schule kommen, hat man als Mama eine Aufgabe mehr und zwar die Hausaufgabe muss gemacht werden, da muss die Mami auch immer dahinter sein 😉

    Paula, ich lese deine Beiträge sehr gerne,, du machst den Eindruck einer super tollen Powerfrau&Mutter 💪💪💪
    Glg, Alina 😘

    1. Danke liebe Alina! Ich schätze deine Worte sehr. Und ja, ich weiß, da sind wir uns sehr ähnlich! 🙂 Am Ende des Tages sollen wir Vorbilder für unsere Kinder sein und unsere Taten sprechen mehr als 1000 Worte! ❤️

  4. Als Workingmom bin ich als Managerin für 350 MitarbeiterInnen zuständig, ein Powerjob. seit der Geburt der Zwillinge der Versuch, dies in Teilzeit zu tun (4 Tage die Woche nach dem Kita-Bringen bis 17:30Uhr im Büro, telefonisch immer ansprechbar…). Als sich das mit dem Handicap von Zwilling1 und ständigen Therapie- und Arztterminen nicht mehr vereinbaren lies und ich kurz vor dem Burnout war (lächerlich und beschämend??), habe ich mich für 1 Jahr unbezahlt beurlauben lassen und bin jetzt seit 8 Monaten Vollzeitmutti.
    Fazit: 1. intellektuell fehlt mir überhaupt nichts!!, ich habe mich noch keine Minute gelangweilt. 2. das Leben als Vollzeitmutter mit halbstarken Zwillingsjungs fühlt sich anstrengender und stressiger an als mein Managerjob. Auf den freue ich mich jetzt schon wieder. Insofern: vollste Zustimmung!!!!

    1. Vielen Dank Bea für dein Feedback und alles liebe dir und deiner Familie! ❤️ Mir ist wirklich unerklärlich wie jemand so einen Kommentar veröffentlichen kann! Und die, die es unterstützen sind genau so schlimm! Mein Großer ust gerade 3,5 mein Kleiner 1. es ist grad einfach nur anstrengend und ich schäme mich nicht dies zu behaupten! Nicht nur körperlich ist es Kräftezerrend, sondern auch psychisch! Ständiges geweine, getragen werden wollen, endlose Diskussionen, Kochen, putzen, Wäche, Haushalt, das alles “nebenbei” … ich frage mich wie der Tagesablauf derer aussieht, denen fad als Mama ist?!

  5. … Danke für diesen Artikel – trägt doch etwas zur Mütterverständigung bei. 😉
    Ich habe ein paar persönliche Anmerkungen dazu – ich war 12 Monate bei meiner Kleinen daheim und hab währenddessen 2x die Woche nachmittags gearbeitet. Ich bin in dieser Zeit zu Hause zu fast nix gekommen ( Haushalt, Wäsche etc ) weil sie nie ohne mich und generell eher wenig schlief und auch tagsüber sehr fordernd war. Jetzt, wo sie etwas älter ist (15 monate) und wir endlich einen ( na gut – ein bisschen was von einem ) Rhythmus haben, wäre es sicher leichter und wohl auch sehr schön, bei ihr zu Hause zu bleiben. ABER – ich bin eine furchtbare Hausfrau, ich hasse Kochen und Bügeln- ich sehe hier für mich tatsächlich keine Daseinsberechtigung als Vollzeitmutter, eben weil ich diese Seite daran erstens nicht mag und zweitens nicht gut kann. Also gehe ich 80 Prozent arbeiten und leiste mir Hilfe beim Putzen und mit der Wäsche. Ich hoffe, dass dies für mich und meine Süsse ( die von Oma betreut wird) der richtige Weg ist.Und so sollte jede Mama ihren eigenen Weg finden!
    Übrigens habe ich mindestens 2 Freundinnen, deren Babys den ganzen Tag friedlich in ihren Laufställen und Maxi Cosis liegen ( bei uns undenknar – Madame wollte nur getragen und ständig ausschließlich von Mama beschäftigt werden) und die ihren Alltag stressfrei und problemlos geregelt bekommen – meines Erachtens aber bei so pflegeleichten Kids auch kein extremes Kunststück ist ( wenn Kind 4x am Tag 2h in was auch immer für einer Baby- Aufbewahrungs-Vorrichtung schläft, hat man ja etwa 8 h Zeit für Haushalt, Wäsche etc etc ) – das könnten die Mütter sein, denen wie du schreibst “fad ist” . Ich persönlich glaube hierbei kommt es auch auf die Kinder und nicht nur auf die Mütter an. Oder?

    LG

  6. Das ist ein schöner Artikel. Aber der Facebook Kommentar zu Beginn bezieht sich doch auf die Mütter, die ständig am Jammern sind, dass sie ihren Tag nicht auf die Reihe bekommen. Genau das nervt eine Workingmum, genauso wie eine Vollzeitmutter. Wir alle schaffen unseren Alltag, ob arbeitend oder nicht, nur mit Struktur und Disziplin- sonst funktioniert es nicht.

    1. Hallo Tanja! Danke Dir ❤️ Jaein. Sie hat dann in weiterer Folge geschrieben, dass sie “Vollzeitmütter”, die ihren Alltag nicht strukturiert bekommen beschämend findet. Der Urpsrungsartikel, der den Kommentar erhalten hat geht ja genauso auf Andere “Nichteltern” ein, die dann karenzierte Eltern fragen: “Was machst du eigentlich so den ganzen Tag?” – Als ob man als Mama nichts zu tun hätte als ab und zu gemütlich spazieren zu gehen und mit dem Kind ein bisschen zu spielen. Und sie hat gemeint, dass sie diese Frage sehr gut versteht, denn würde sie nicht arbeiten gehen, dann wäre ihr tatsächlich langweilig zu hause! Und dann frage ich mich, wie man solch eine Aussage dahin schmeissen kann?! Denn jeder, der ein Kind weiß, wie viel Arbeit es ist. Darauf soll der Artikel aufbauen 🙂

  7. Mittlerweile habe ich persönlich das Gefühl, dass leider bei vielen Menschen das Verständnis für andere Lebensentwürfe/Varianten und selbst Hobbys beinahe vollkommen abhanden gekommen ist- was man selbst macht und mag ist super, alles andere verschwendete Zeit, langweilig, unsinnig. Selbst erlebt, wenn Person A begeisterte Musikerin ist und Zeit auf Musikproben verbringt ist das vollkommen in Ordnung, wenn ich aber Garten, Hühner als Hobby habe und da Zeit verbringe toleriert A das nicht und meint dann mir muss ja langweilig sein, so was fades. Blöd nur wenn A dann meint sie könnte doch locker Obst, Gemüse und Eier aus meinem Garten geschenkt bekommen denn neben Kindern und Musik hat sie ja keine Zeit und ich hätte doch so viel Zeit. Eigentlich haben wir aber bloß unterschiedliche Hobbys und Zeiteinteilungen, nichts anderes. Es ist super, dass Menschen unterschiedliche Interessen, Begabungen, Neigungen und Lebensvorstellungen haben, das Verständnis wenn jemand etwas anders will/mag/macht geht aber in den letzten Jahren leider echt verloren.

  8. Liebe Paula
    Ein schöner Artikel. Und ein toller Blog – den ich gerde entdeckt habe und mich auf angenehme Weise darin verliere ;). Dieses Thema ist so of Zündstoff für uns Mütter. Dabei sitzen wir im gleichen Boot. Jede hat ihren Rucksack zu tragen. Sich gegenseitig zu bekriegen oder eineander Vorhaltungen zu machen bringt nichts. Das sehe ich wie du. Leben und leben lassen – eine schöne Devise. Und wenn man selbst unzufrieden ist versuchen, es soweit zu verändern, wie sich Möglichkeiten bieten.
    Ich kann einigs von dem was du schreibst absolut unterzeichnen. Besonders in der Kleinkindzeit (mit zwei kleinen Kinder zu Hause) kamen auch mir Arbeitstage manchmal vor, wie Ferien.
    Jetzt habe ich aktuell einen Nachmittag pro Woche nur mit Grossem. Er wird demnächst 6 Jahre alt und spielt am allerliebsten drausen mit seinen Freunden. Ein solcher Nachmittag ist dann wieder sehr viel entspannter und bietet sogar me-Time.
    Es sind Phasen und jede Phase hat wohl ihre Up’s und Down’s und am Ende vom Tag stellt sich vorallem die Frage, womit kann ich besser umgehen? Mit einem schreienden Baby oder mit dem pupertierenden Teenager und alllem, was noch so dazwischen liegt ;).

  9. Hallo,
    gratuliere zu diesem gelungenen Artikel. Ich selbst bin derzeit Vollzeitmum, jedoch habe ich vor einiger Zeit als Urlaubsvertretung für 2 Wochen meinen Job ausgeübt. Und ich muss sagen, es hört sich schlimm an, aber in diesen 2 Wochen war ich Abends viel entspannter, ausgeglichener und weniger ausgelaugt. Da man im Job kurz mal abschalten kann, was mit einem oder mehreren Kindern nicht möglich ist. Ich kann dir nur voll u d ganz zustimmen und Danke für diesen tollen Beitrag. Lg

  10. Danke! Danke für diesen tollen Artikel und die Anerkennung an den Vollzeitmami-Job! Nicht nur mein Umfeld, sondern auch ich selber frage mich an vielen Abenden, was ich an diesem Tag bewegt habe – gefühlt ist alles liegen geblieben in meinem Haushalt mit 4 kleinen Kindern Ich bin nur durch die Gegend gefahren, habe Besorgungen gemacht, die Kinder zum Arzt, zum Ballett, zum Turnen begleitet, hinterher geräumt, Essen gekocht, Windeln gewechselt, gewaschen, an-, aus-, umgezogen… Ich mache Elternzeit, um für die Kinder da sein zu können. Dennoch besteht immer wieder der Wunsch, der Wunsch nach mehr Anerkennung, der Wunsch mal etwas anderes zu sehen… Aber das ist mein Weg. Ich habe ihn so gewählt.

    1. Hallo Desi, danke für deine Antwort und ja, ich kann das sehr gut nachvollziehen! Wichtig ist, dass du selbst weißt, was du leistet und stolz darauf bist und dich nie von den Kommentaren anderer runterziehen lässt oder dass dadurch Zweifel an dir kommen!

  11. Super Beitrag. Kann ich so unterschreiben. Habe zwar nur 1 Sohn (14 Monate), aber das Jahr mit ihm zuhause (vorallem seitdem er laufen kann mit 10 Monaten) war anstrengender als jetzt Teilzeit arbeiten zu gehen. Ich für mich kann sagen mein “Bürojob” ist Entspannung trotz jeglichem Stress dort, im Vergleich zur 24h-Bändigung eines 1 jährigen Dickkopfs.😂😅 Respekt an alle Vollzeit-Mamis und die mit mehreren Kindern erst recht 👍🏻✌🏼

  12. Momentan bin ich auch noch zu Hause mit Kind, aber nach den ersten paar Monaten, in denen der Körper sich von der Schwangerschaft und Geburt erholt,das Baby die meiste Zeit schläft und isst und frau sich in der neuen Rolle langsam zurecht findet, habe ich mich intellektuell tatsächlich gelangweilt. Ich habe deshalb eine Ausbildung zur Ernährungsberaterin angefangen, weil es der einzige Kurs ist, der mich bei der Fernschule auf Grund meines Hobbys wirklich interessiert hat. Arbeit ist zu Hause immer genug, wenn man es richtig anstellt, da stimme ich dir zu. An manchen Tagen bin ich so k.o., dass ich meinem Mann als Trost zu seinem harten Arbeitsalltag nur sagen kann, dass er wenigstens alleine aufs Klo gehen darf 🙂 Langsam freue ich mich auch darauf, dass mein Sohn bald in die Kita kommt und ich wieder etwas anderes arbeite. Die einzigen, die ich nicht verstehe, sind tatsächlich Eltern (bewusst nicht nur Mütter geschrieben, die zwar zu Hause sind, aber die Zeit aus meiner Sicht mit nicht sinnvollen Beschäftigungen verplempern. Trotzdem soll natürlich jeder machen, wie er/sie will.

  13. Ich musste lachen, als ich den Artikel gelesen habe. Ich selbst habe drei Kinder im Alter von 6/1/2, 5/1/4 und 3/1/2 Jahren und kenne das Ganze nur zu gut. Die permanenten Vorwürfe, wenn man “nur” Zuhause ist…. Der Artikel beschreibt aber “nur” den ganz normalen Alltag. Es ist noch nicht inbegriffen, dass Kinder spontan krank werden, nämlich genau dann,wenn wan es gar nicht “brauchen” kann. Ich habe heute mal wieder so ein “Highlight”, das ich ausspielen kann. Vor einem Jahr habe ich unser mittleres Kind zum Schwimmkurs angemeldet ( ja, man wartet wirklich ein Jahr ). Nun hatte er gestern Abend 39 °C Fieber und Ohrenschmerzen. Der Kinderarzt ist heute auf Fortbildung habe ich gerade gelesen und ich sollte vormittags zu einem Gespräch in die Schule kommen. Oh wow! D.h. alles umschmeißen, Alternativen suchen und rein in den Tag. All diejenigen Mütter, die behaupten, Kindererziehung, Haushalt usw. wären doch ganz leicht zu schaffen und es wäre doch echt kein Thema, nebenher noch arbeiten zu gehen, lügen sich meiner Auffassung nach in die eigene Tasche, denn auch ihre Kinder werden zu unpassenden Zeiten krank, auch ihre Kinder trotzen, auch ihre Kinder haben Entwicklungsphasenm, in denen sie 3 Mal pro Nacht schreiend im Bett sitzen, auch ihre Kinder wollen nicht ins Bett gehen, brauchen morgens ewig beim Anziehen, da sie alles alleine machen möchten und sind, WIE Kinder eben sind. Man kann natürlich viele Dinge abgeben, wie Haushalt, Kochen, Einkauf usw. aber dann ist das eine ganz andere Voraussetzung. Das sollte man auf jeden Fall bedenken!

  14. Ich bin ganz bei dir! Besonders wiedererkannt habe ich uns beim Prozedere des Mittagsschlafs. 🙈 Und ich persönlich empfinde einen Arbeitstag oft auch weniger anstrengend, als einen Tag allein mit Kind zu Hause. Denn selbst wenn der Arbeitstag lang und hart ist, ist er weniger kraftraubend, als die Tage, an denen man unter Dauerstrom steht, weil dies oder das oder jenes fehlt, nicht richtig ist oder jetzt sofort auf der Stelle benötigt wird.
    Unsere Kinder sind absolut wunderbar, aber sie richtig und mit gutem Gewisseb großzuziehen, fordert einem tatsächlich mehr ab, als man je vorher bereit war zu geben.
    Danke für diesen Beitrag und liebe Grüße, Julia

  15. Auch von mir both thumbs up 👍🏻Ich arbeite selbst Teilzeit (nach einem Jahr Karenz) und finde, das sind die vier entspanntesten Stunden meines Tages. Mein Sohn liebt die Krabbelstube. Er genießt es, mit den anderen Kindern zu spielen und von den Großen zu lernen. Für uns beide ist das eine Win-Win-Situation. Ich ziehe auch den Hut vor jeder Vollzeitmama. Ich würde das nicht schaffen, für meinen Zwerg jeden Tag so viel Programm zu fahren, dass er körperlich und geistig ausgelastet wäre und „nebenbei“ noch Haushalt und Küche zu schmeißen (ich koche auch jeden Abend frisch, bin aber froh, dass das zum Mittag wer anderes für mich übernimmt).
    In meinen Augen ist es eine höchst persönliche Entscheidung, ob man zu Hause bleibt oder nicht. Ich gehe fest davon aus, dass jedes Mutter für ihr Kind nur das Beste will und aus diesem Antrieb heraus ihre Entscheidungen trifft. Das ist zu respektieren und wertzuschätzen.

  16. ich muss Dir zu 100% zustimmen! Ich bin unendlich froh, dass mir die KiTa das Mittagessen und damit auch einen Großteil des Einkaufens, den Mittagsschlaf und einige Stunden jeden Tag abnimmt! Ich liebe es arbeiten zu gehen und genieße die “freien Stunden dort”. Klar ist es stressig, weil ich keine Minute Pause habe zwischen Arbeit und Kind und als Alleinerziehende den ganzen restlichen Klumpatsch (Haushalt) auch noch irgendwann schaffen muss, aber für mich ist es viel leichter so, als den ganzen Tag daheim zu sein.
    Und ja: ich liiieeeebe mein Kind und verbringe gern Zeit mit ihm. Aber ich verbringe auch gern Zeit mit mir und das geht am ehesten auf der Arbeit ; -)

  17. Oh das ist so ein schöner Beitrag!!! Haha Genau so schaut der Alltag aus 🙂 habe 4 Kinder, 23 Jahre, 10 Jahre, 4 Jahre und 11 Monate 🙂 ein Traum, aber ich freu mich auch wenn ich in die Arbeit gehen kann. Und wenn ich dann von einem Termin zum nächsten hetzen muss, denke ich an meinem Mann und hoffe dass er auch so einen entspannten Tag hat, wie ich 😁

  18. Da fühle ich mich als Mama von 3 Jungs (7Jahre und Zwillinge mit 4 Jahren) gut verstanden.
    Nicht zu vergessen ist auch, dass es ein 24/7 Job ist mit den Kids. Wochenende ist nicht.

  19. Wirklich ein sehr gelungener Beitrag!
    Bin „nur“ Stiefmama zweier Mädels, die schon im Schulalter sind und bei uns leben und aufwachsen. Ich war manchmal sogar ganz froh, dass die Klnder in den Kindergarten „mussten“ – obwohl wie wie eine „normale“ Familie zusammenleben und ich einfach in die Schule fahren konnte (bin Lehrerin) in den Sommerferien sieht es dann ganz anders aus, wenn die Mädels die ganze Zeit zu Hause sind – klar, sie sind schon größer, aber trotzdem gehen sie sich untereinander mal auf die Nerven und haben auch allerlei Blödsinn im Kopf, da freue ich mich dann wieder auf den geregelten Alltag, wenn die Ferienzeit vorbei ist 😉
    Ich bewundere auch alle, die es zu Hause als Vollzeitmama hinbekommen – keine leichte Aufgabe.
    alles liebe, vera

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