#safetyfirst – Wie man Kinder richtig anschnallt und welche Kindersitze mehr Sicherheit bieten

Hallo meine Lieben,

heute schreibe ich über ein Thema, das ich schon lange mit euch teilen wollte.

Es geht um die Sicherheit beim Autofahren mit Kindern. Ein Thema, das vor Allem mich betrifft, da ich ja täglich mit meinen Kindern im Auto unterwegs bin.

Als ich mich vor ungefähr 2 Jahren für einen Reboarder für Mark entschieden habe, hatte ich nicht viel Ahnung von Kindersitzen. Ich bin leider nicht die Mama, die sich 100e Beiträge durchliest, mit all ihren Freundinnen über bevorstehende Entscheidungen redet oder sich Testvideos auf Youtube anschaut. Ich bin eher so die Spontankäuferin. Was ja nicht unbedingt eine gute Eigenschaft ist. Vor Allem, wenn es so Sachen wie Kindersitze geht. Unbewusst habe ich mich damals aber doch für das Richtige entschieden. Nämlich für den Reboarder.

Kurz bevor ich Mark’s Kindersitz damals gekauft habe, habe ich irgendwo den Begriff Reboarder aufgeschnappt. Als ich dann also in den Babyfachmarkt gefahren bin, habe ich die Verkäuferin direkt danach gefragt. Damals war die Rede davon, dass es bald gesetzlich vorgegeben werden soll, dass die Kinder bis zum 15. Lebensmonat nur gegen die Fahrtrichtung im Auto mitfahren dürfen.

Wir hatten noch einen Autositz mit einem Sicherheitskissen vorne ausprobiert, aber sowas konnte Mark gar nicht haben. Da hat er sich zu eingeengt gefühlt.

Und nachdem sich Mark in seinem Reboarder also richtig wohl gefühlt hat, haben wir ihn damals gekauft.

Fahrsicherheit für jede Autofahrt

Einige von euch haben auf Instagram ja mitbekommen, dass wir vor einigen Wochen bei der Vorstellung des neuen Volvo XC60 in Dresden eingeladen waren. Neben der unglaublich coolen Testfahrt mit dem neuen XC60 durften wir uns aber auch einen irrsinnig informativen Vortrag der Sicherheitsbeauftragten von Volvo Cars über Fahrsicherheit beim Fahren mit Kindern anhören.

Ich wusste bis dahin selbst nicht wieviel Aufwand und Forschung hinter dem “Sicher machen” von Fahrzeugen steckt. Volvo hat da sogar eine eigene Abteilung, die nur Unfälle analysiert und basierend auf den Auswertungen die Autos jährlich sicherer macht. Hut ab dazu!

Jedenfalls haben wir uns einige Kindersitze angeschaut, ihre Eigenschaften und haben diskutiert warum welche Sitze, wie sicher sind. Eine Menge Crashtestvideos durften dabei nicht fehlen und sogar ein paar Tränchen sind dabei bei mir geflossen. Ja, ich weiß ich bin nahe am Wasser gebaut. Aber allein die Vorstellung, dass da statt diesen Crashtestdummies meine Kinder sitzen könnten, hat mir die Tränen in die Augen getrieben.

Was ich dabei bei dem Presseevent von Volvo Cars gelernt habe, möchte ich nun also mit euch teilen, weil es einfach so ein wichtiges Thema ist und wir damit den Ausgang der Unfälle oft deutlich verändern können.

  • Rückwärtsgerichtete Sitze bis zum 15. Lebensmonat
    Volvo hatte schon 1972 die ersten Reboarder präsentiert. Krass, oder? Also ist das Konzept ja eigentlich nichts neues. Die Erkenntnis, dass es wichtig ist möglich lange mit dem Gesicht gegen die Fahrtrichtung zu sitzen gab es damals schon. Kinder bis zum 15. Lebensmonat können ihren Kopf noch nicht so gut halten, wie ältere Kinder. “So ist es auch bei den rückwärts gerichteten Kindersitzen: Bei einem Frontalaufprall verteilt sich die Belastung auf den gesamten Rücken und Kopf des Kindes, nicht nur auf den viel schwächeren Nacken. Die bei einem Heckaufprall entstehenden Kräfte sind in der Regel nicht so hoch. ….Besonders eindrucksvoll ist der Vergleich schwedischer Unfallstatistiken mit Daten aus Ländern, in denen die Kinder überwiegend in Fahrtrichtung transportiert werden. Beispiel Deutschland: In allen Altersklassen vom Babyalter bis zu vier Jahren kamen demnach in Deutschland mehr Kinder bei Autounfällen ums Leben als in Schweden. Besonders augenfällig ist der Unterschied bei den einjährigen Kindern – dem Alter, in dem die deutschen Kinder üblicherweise in einen vorwärts gerichteten Sitz wechseln. In Deutschland steigt die Zahl der verletzten oder getöteten Kinder in dieser Altersgruppe im Unterschied zu Schweden schlagartig an.” (zit. Pressematerial Volvo)

    Am liebesten würde ich euch ja die ganze Pressemappe hier reinkopieren. Aber ich will euch ja wiedergeben, was ich gelernt habe! 😛 Das nächste Bild zeigt deutlich, warum Babys und Kleinkinder besonders verletzlich sind. Ausschlaggebend bei der ganzen Kindersicherheit ist nämlich die größe des Kopfes und damit zusammenhängend, die Tatsache, dass der Nacken diesen halten muss. Das Gewicht eines Babykopfes macht nämlich ungefähr 25 % seines gesamten Körpergewichtes aus, während es nur mehr 6% eines Erwachsenenkörpers ausmacht.

    Bildschirmfoto 2017-09-10 um 23.14.08.png

  • Das richtige befestigen des Kindersitzes
    Oft mangelt es nicht nur am richtigen Kindersitz, sondern auch an der Befestigung. Kindersitze ohne Isofix müssen selber mittels Gurt fixiert werden und dabei kann ich euch wirklich nur an’s Herz legen euch damit auseinanderzusetzen, wie der Kindersitz richtig befestigt wird. Es kann nämlich fatale Folgen haben, wenn ein Sitz einfach nicht richtig eng an der Sitzbank anliegt.

    Wie bereits erwähnt haben wir uns einige Videos angeschaut und so habe ich nun auch eines für herausgesucht, das wirklich sehenswert ist, wenn euch das Thema interessiert.

    https://www.youtube.com/watch?v=eumQOvkeNW8

  • Richtiges Anschnallen
    Natürlich können die Kinder nicht ewig in einem Reboarder sitzen. Irgendwann mal wachsen sie auch da raus. Volvo empfiehlt, dass Kinder bis zu einem Alter von zehn Jahren und einer Körpergröße von 140 cm eine Sitzerhöhung benutzen.
    Dann muss man sich entscheiden, ob man eine Sitzerhöhung kauft, einen fixen Kindersitz, bei denen die Kinder simpel mittels Gurt angeschnallt werden oder das Auto hat von Haus aus eine Sitzerhöhung für Kinder eingebaut. Für welche Variante man sich entscheidet ist dabei eigentlich gar nicht das Wichtigste. Entscheidend ist nur, dass man die Kinder dabei richtig anschnallt. Und hier gibt es eine goldene Faustregel: Es geht nicht darum, dass das Kind mehr sehen kann, sondern um einen optimalen Sitz des Anschnallgurts. Außerdem gilt: Je straffer der Gurt sitzt, desto höher der Schutz für das Kind. Über der Hüfte oder den Oberschenkeln, niemals vor dem Bauch. Der diagonale Gurt sollte fest über Schulter und Brust verlaufen und idealerweise komfortabel auf der Schultermitte liegen. Wenn der Gurt etwas dichter am Hals des Kindes liegt, mag das nicht allzu bequem aussehen, es schadet dem Kind im Falle eines Unfalls aber nicht. Wenn das Auto abrupt zum Stehen kommt, bewegt sich der Kopf des Kindes nach vorn und der Gurt bewegt sich Richtung Schulter. Viel höher ist hingegen das Verletzungsrisiko, wenn der Gurt zu weit außen auf der Schulter liegt. Dann besteht bei einem Unfall die Gefahr, dass er weiter den Arm hinunterrutscht. …. Unter keinen Umständen darf der diagonale Gurt unter dem Arm des Kindes verlaufen. Bei einem Unfall wäre der Oberkörper nicht angemessen gesichert. Dadurch steigt das Risiko eines Kopfaufpralls und dass der Gurt in die weicheren Bereiche von Brust und Bauch einschneidet. Das Verletzungsrisiko steigt auch deshalb, weil das menschliche Skelett im unteren Brustbereich schwächer ist als im oberen Bereich.” (zit. Volvo Cars)

 

 

Ich hoffe das Thema Fahrsicherheit liegt euch allen genauso stark auf dem Herzen wie mir. Ich habe bei der Volvo Vorstellung auf jeden Fall viel gelernt und bin froh Teil davon gewesen zu sein. Nicht nur, weil wir den coolen XC60 testen durften, den wir uns wahrscheinlich in den nächsten Jahren auch zulegen werden (keine Werbung, lediglich meine Begeisterung), sondern weil ich einfach viel an diesem Tag lernen durfte.

 

XoXo,

Eure Trendmum

 

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One thought

  1. Mir ist Fahrsicherheit für meinen Sohn sehr wichtig und ich war im Bekanntenkreis die einzige die einen Reboarder hatte und wir haben ihn auch so lange es die Körpergröße zuließ benutzt. Ich habe mich manchmal sehr über andere Mütter geärgert die bei dem Thema Kindersitz die Reboarder einfach mit “oh nein mein Kind muss ja nach vorne schauen können und was sehen” abgetan haben. Was ist denn nun wichtiger, dass Zwerg oder Zwergin was sieht oder dass er/sie im Falle eines Unfalls bestmöglich geschützt ist? Und wenn sie es von Klein auf nur so kennen, dann stört sie das auch gar nicht und man kann auch nach hinten beim Fenster rausschauen, das hat meiner einmal bewiesen als ich etwas knapp über die Kreuzung gefahren bin und er in der Kurve schon die gelbe/rote Ampel gesehen hat und meinte: “Mama, da war nicht grün”.

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