#sweettooth – Warum Süßigkeiten niemals eine Belohnung sein sollten

Mama: “Mark, heute warst du besonders brav! Ich bin stolz auf dich!”

Mark: “Jaaa, ich war brav. Bekomme ich eine Belohnung?”

Papa: “Ja, das hast du dir verdient! Zu Hause bekommst du eine warme Schüssel Suppe!” *ggg*

Mark: “Neeeein, Mama! Suppe ist keine Belohnung!!! Schokolade ist eine Belohnung!”

Mama: “Nein Markilein, die Suppe ist nicht deine Belohnung für heute!”

Mark: “Hast du gehört, Papa? Schokolade ist eine Belohnung!”

Papa: “Nein Markilein. Das hat Mama nicht gesagt. Schokolade ist keine Belohnung. Schokolade ist ein Bestandteil unserer Ernährung und keine Belohnung. Aber zu Hause bekommst du dann die versprochene Belohnung und wir lassen uns zusammen was cooles einfallen, ja?”

Immer wieder werde ich unfreiwillig Beobachter von Situationen in denen die Kinder nach einer Schokolade bitten. “Bitte Mama, darf ich heute Schokolade essen? Heute war ich ganz brav!” Und jedes mal krampft es mich ein bisschen zusammen. Warum? Weil ich finde, dass Süßigkeiten niemals eine Belohnung sein sollten und der Entzug von Süßem niemals eine Bestrafung.

Meine Meinung ist klar: Die süße Nachspeise gehört zu einer Mahlzeit dazu. Sowohl ich als auch mein Mann brauchen einen süßen Abschluss zum Essen. Manchmal habe ich mehr ein Verlangen danach, manchmal weniger. Manchmal reicht auch ein kleiner Espresso. Süßes ist aber einfach Teil unserer Ernährung.

Leider vergessen das Viele heutzutage einfach. Man “gönnt” sich ein Stück Schokolade, weil man gerade etwas geleistet hat. Man belohnt sich nach einem harten Tag mit einer warmen Tasse warmen Kakao oder man schlemmt ein Eis, weil man gestern eine extra Runde um das Haus gelaufen ist.

FALSCH. Denn genauso bringt man seinem Körper etwas bei. Süßes muss man sich verdienen und Süßes darf man nur als Belohnung haben. Und wisst ihr was eine logische Konsequenz von dem Ganzen ist? Dass es etwas verbotenes wird. Wie ein kleines Kind, dass niemals Cola trinken durfte und plötzlich, als die Mama nicht zu Hause ist trinkt es in ihrem Rausch eine ganze Flasche davon, weil man das sonst nie darf.

Wisst ihr warum Menschen, die eine Diät machen oft schon am ersten oder zweiten Tag scheitern? Weil sobald man seinem Körper etwas verbietet das Gehirn nur mehr an die Sache denken kann. An Essen.

Ich frage mich aber, warum man nicht einfach den normalen Umgang damit erlernen kann? Warum man sich nicht selber jeden Tag ein Stück Schokolade gönnen darf? Und somit hat auch das Gehirn nicht mehr den Druck nach etwas zu verlangen, dass dem Körper, den er steuert verboten wurde!?

 

Um nochmal zurück auf die Kernaussage des Beitrages zu kommen:

Was passiert, wenn man einem Kind sagt: “Greif nicht auf die Herdplatte!”?
Es wird sofort (in den meisten Fällen, wenn es nicht schon eine ganz böse Erfahrung damit gemacht hat) hingreifen.

Was passiert, wenn man Kindern sagt: “Du darfst keine Cola trinken!” Dann wird es jedes Mal, wenn es das schwarze Zeugs sieht, immer danach betteln.

Und genau hier ist der Knackpunkt.

Genau so verhält es sich mit den verbotenen Lebensmitteln! Sobald man einem Kind das Gefühl gibt, dass etwas verboten ist oder dass es eine Sache nur unter bestimmten Situationen bekommt (wenn man es sich verdient), so will es diese Sache unbedingt haben.

Gesunde Ernährung ist mir sehr wichtig. Trotzdem bekommt mein Kind immer ein kleines Stück Schokolade, eine Handvoll M&M’s oder einen Lollipop, wenn er danach fragt. Es sei denn er übertreibt es mal im Zuckerrausch. Und ja, mein Kind darf auch schon mal meine Cola kosten. *jasiehatesgesagt

Warum? Denn so verfliegt der Reiz es unbedingt haben zu wollen. Mark hat noch nie nach einem zweiten Schluck Cola gefragt. Er bekommt seinen Willen, ohne dass er dafür betteln muss und mit diesem einem Schluck, hat sich die Sache auch schon für ihn erledigt.

Klar gibt es Situationen in denen Mark auch schon mal nach zu vielen Süßigkeiten fragt. Dann erkläre ich ihm aber einfach, dass er jetzt schon genug hatte und dass wir aufpassen müssen, dass er keine Bauchschmerzen bekommt.

Und wisst ihr was? Er versteht es.

Ich finde, man sollte den Kindern zutrauen, dass sie den Umgang mit Süßem erlernen können.

 

Wie ist das bei euch? Wie handhabt ihr den Umgang mit Süßigkeiten?

 

XoXo,

Eure Trendmum

 

2 thoughts

  1. Hi, ich finde deine Ansicht interessant. Ich sehe es allerdings anders. Belohnen finde ich allgemein nicht gut, egal womit. Aber ich habe für mich (und meine Kinder) herausgefunden, dass es mir besser geht, wenn ich möglichst selten nasche (Süßigkeiten) – (süßes ist ja auch Obst oder Joghurt mit Zimt usw.)

    Je öfter ich Schokolade/ Gummizeug esse, desto häufiger habe ich Verlangen danach. Das merke ich bei den Kindern auch. Deshalb gibt es das nur selten. Wenn wir unterwegs sind und jemand bietet den Kindern süßes an, sage ich nicht nein, aber daheim finde ich es schon sinnvoll es zu reduzieren.

  2. Hallo Paula,
    meine Tochter (12 Jahre) hat momentan auch Phase wo Süßigkeiten eine große Rolle spielen. Mir ist wichtig das sie ihre Hauptmahlzeiten zu sich nimmt. Vitamine, Mineralien, etc. dann kann sie auch eine kleine Süßigkeit haben. Dies soll aber keine Gewohnheit sein. Obst und Gemüse stehen an der Spitze der Lebensmittelpyramide 🙂
    Belohnen mit Süßigkeiten mache ich NIE – finde ich nicht gut. Aber es ist schwer hier die Waage zu halten. Liebe Grüße Claudia

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