#empowermentoderso – Über Gleichberechtigung, Frauen die sich manchmal selbst in Opferrollen drängen und das Hausfrauendasein

Liebe Mamas, liebe Papas, liebe Leserinnen und Leser,

ich schreibe seit mittlerweile über 3 Jahren auf diesem Blog hier. Es ist mein Baby, dass mit der Zeit gewachsen ist und dass auch mit mir und meinen Veränderungen mitgewachsen ist. Ich schreibe liebend gern an „Mamas“ da draussen. Männer spreche ich sehr selten an. Was auch dazu führt, dass ich oft meinen Partner außen vor lasse aus meinen Blogbeiträgen. Ich gehe gar nicht so auf seine Rolle in meinen Beiträgen ein.

Nun bekomme ich gerade in letzter Zeit – da auch der Blog in den letzten Monaten einen enormen Wachstum in Lesern erfahren hat – immer wieder Kommentare wie: „Gleichberechtigung ist bei euch wohl zu kurz gekommen!“ – „Hallo Zeitsprung?!“ – „Deswegen gibt es ja auch noch den Papa!“ – „Ja, auch der Papa kann sich um die Kinder kümmern!“ – „So würde ich mich nie behandeln lassen!“

Ja meine Lieben. Es gibt eine Gründe warum ich selten auf den Papa eingehe. Ein großer Grund dafür ist, da wir im deutschsprachigem Raum zum großen Teil noch die klassische Rollenverteilung bei der Erziehung unserer Kinder haben. Das heißt, die Mama bleibt lange bei den Kindern zu Hause und der Papa geht meist Vollzeit arbeiten. Das bedeutet auch, dass die Mama zwischen 7-10 Stunden mehr Zeit pro Tag mit den Kindern verbringt als der Papa. So ist es auch bei uns zu Hause. Zumindest war es so, bis ich vor kurzem wieder arbeiten ging. Nun gibt es da auch noch den Kindergarten.

Konkret heißt das, dass mein Mann bis dahin in der Früh um 07:30 Uhr aus dem Haus ging und meist erst zwischen 16:30-18:00 Uhr nach Hause kam. Ja – deswegen richten sich meine Beiträge oft an Mamas. Von mir als Mama, die viel in dieser Zeit mit den Kindern erlebt und erlebt hat, an andere Mamas in gleichen Umständen.

Dass ich den Papa außen vor lasse, bedeutet nicht dass mein Partner sich nicht um die Kinder kümmert, dass ich die Hausfrau bin, die zu Hause alles machen muss und auch nicht, dass ich in der Erziehung allein gelassen werde.

Wenn ich dann so Beiträge schreibe, in denen ich meinen Alltag beschreibe und ich eine lustige Bemerkung meines Mannes schreibe, wie: „Oh, ich dachte das Essen steht schon um 18:00 Uhr auf dem Tisch!“, dann fühlen sich viele Frauen von dieser Aussage schwer gekränkt. Und zwar an meiner Stelle.

Dazu müsste man noch wissen, wie mein Mann so tickt, wie unsere Beziehung aussieht und warum ich auf so eine Aussage nie geschockt reagieren könnte.

Denn was meine Leser anscheinend nicht bedenken ist, dass mein Mann mein bester Freund ist. Meine bessere Hälfte. Der humorvollste Mensch, den ich kenne und naja, auch der best Aussehendste. 😛 Jaja, ich weiß, tut nix zur Sache.

Auf jeden Fall würde mein Mann so eine Aussage immer mit einem lachendem Auge von sich geben und wenn ich sowas in einem lustigen Beitrag festhalte, dann sollte man das auch so lesen. Hätte man alle Hintergrundinfos.

Und vielleicht sollte man auch noch erwähnen, dass mein Mann sich sehr wohl genauso um die Erziehung der Kinder kümmert, wie ich. Ja , das geht so weit – haltet euch fest – dass er zwei Monate Papakarenz angehängt hat, damit ich mir leichter tue wieder in die Arbeitswelt zurück zu finden. Wahnsinn, oder? Gar nicht so ein Mittelaltermann, oder?

LeserInnen, die einen Beitrag von mir aber zufällig mal über Facebook oder Pinterest finden, fühlen sich von solchen Sätzen gestört. Ja das könnte ein Nachteil vom geschriebenen Wort sein. Der Ton, die Stimmlage und das scherzhafte in der Aussprache fehlt da.

Was mich aber zu meinem nächsten Punkt führt.

Warum drängen sich Frauen immer selber in eine Opferrolle und warum bedeutet Gleichberechtigung, dass eine Frau nicht den Haushalt und die Wäsche übernehmen darf, wenn sie sich dazu entscheidet daheim zu bleiben?

Nehmen wir wieder mein eigenes Beispiel her. Ich war mit jedem Kind ein Jahr zu Hause. Mein Mann ging – wie bereits beschrieben – um 07:30 aus dem Haus und kam um 17:00 nach Hause.

Jetzt gibt es Leserinnen, die meinen, der Mann sollte sich auch in dieser Zeit genauso um die Kindererziehung, das Kochen, die Wäsche und alles andere im Haus geteilter Weise kümmern. Das meine lieben Leserinnen bedeutet für mich aber nicht Gleichberechtigung. Nein. Denn würde ein Mann mit den Kindern daheim bleiben und von der Frau, die um 17:00 nach Hause kommt erwarten, dass sie sich anschließend noch um die Kinder kümmert, noch einkaufen geht und für alle kocht, bügelt und sie ins Bett bringt, würden doch auch alle Frauen gleich wieder laut aufschreien.

Für mich bedeutet Gleichberechtigung, dass beide einen Weg finden, mit dem sie vollsten zufrieden sind und keiner sich mehr benachteiligt fühlt, als der Andere.

Das bedeutet für mich, dass ich nicht von meinem Mann nach einem langen Tag erwarte, dass er noch den ganzen Haushalt schmeißt und mich bekocht. Klar kommen solche Abende auch vor. Mein Mann liebt es zu kochen und ja – haltet euch nochmal fest – an manchen Abenden saugt er das ganze Haus und kocht für uns alle! Ich schreibe ihm diese Dinge aber nicht vor.

Bei uns ist das eher ein natürliches miteinander. Keiner sagt dem anderen was er zu tun und keiner schreibt einem etwas vor. Jeder macht einfach das, was gerade anfällt. Wenn der Eine mal keine Lust auf etwas hat, dann macht es halt der Andere und wenn ich mal keine Lust auf Saugen habe, dann lass ich es einfach oder mein Mann kümmert sich drum.

Dass ich mich manchmal mehr um den Haushalt kümmere bedeutet für mich nicht, dass ich mich unterdrücken lasse und bedeutet auch nicht, dass bei uns noch Mittelalter herrscht.

Und vielleicht sollten wir das auch immer im Hinterkopf behalten. Auch wenn wir über die Lebensumstände anderer urteilen.

So lange wir nicht die Umstände kennen, sollten wir nicht gleich urteilen.

Guess what – ich bin superglücklich mit meinem Leben. Als Mama, als Ehefrau, als Hausfrau, Köchin, Chauffeurin, Eventmanagerin meiner Kinder und vieles mehr.

XoXo,

eure Trendmum

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