#momlife – Die Mutter, die ich nicht sein will

Es ist sehr schwer zu definieren, wie ich als Mama sein will. Es ist schwer sich selbst Verhaltensregeln umzubinden und zu sagen: „Mach es so, so ist es am Besten!“  Es ist schwer zu entscheiden, wie ich mich in welchen Situationen verhalten soll. Ich habe alles mögliche versucht. Ich habe versucht auf Provokationen meines Kindes hin Grenzen zu setzen und zu schimpfen und ich habe auch versucht sie wegzulachen. Ich habe versucht sie zu ignorieren und ich habe versucht sie in langen, langen Gesprächen auszudiskutieren. Es ist schwer für mich zu entscheiden, wie ich sein will. Will ich streng sein, will ich liebend sein, will ich immer lustig sein, will ich die beste Freundin meiner Kinder sein oder will ich doch auch noch ein wenig Autorität vor ihnen haben?

Was ich aber weiß ist, die Mutter, die ich nicht sein will.

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Ich will nicht die Mutter sein, die bei jedem kleinen Mucks ihrer Kinder aufsteht und verzweifelt erklärt, wie schwer es doch mit ihren Kindern ist, weil sie ja so unmöglich sind. Das will ich nicht. Ich will sie ihre Kindheit leben lassen, egal wie viele Blicke sie im Restaurant bekommen, nur weil sie etwas lauter lachen. Solange sie nicht anfangen Gläser zu zerschmettern, sollen sie laut sein, sollen sie lachen, sollen sie fröhlich sein und sollen sie sich unterhalten.

Ich will nicht die Mutter sein, die ihre Kinder täglich vor dem Fernseher absetzt, in der Hoffnung so viel Haushalt wie möglich und soviel wie möglich nebenbei erledigen zu können. Ich will für sie da sein und sie sollen ihre Zeit, die sie mit ihren Eltern zur Verfügung haben auch voll mit ihnen auskosten können. Ich will mit ihnen Basteln, mit ihnen malen, mit ihnen zum Spielplatz fahren, mit ihnen einen Nachmittag im Restaurant verbringen, mit ihnen spazieren gehen, mit ihnen zusammen das Abendessen vorbreiten und mit ihnen gemeinsam lesen. All das, was darüber hinaus liegen bleibt kann ich dann in dieser Zeit erledigen, wo sie mal nicht zu Hause sind oder wenn sie schlafen.

Ich will nicht die Mutter sein, die die nie darüber nachdenkt, wie sie mit ihren Kindern spricht oder was für Auswirkungen Aussagen von mir auf ihre Entwicklung haben könnten. Ich will die Mutter sein, die ihre Worte immer überlegt von sich gibt und immer ein Vorbild für sie sein. In meiner Sprache, in meiner Achtsamkeit in meinem Umgang mit ihnen.

Ich will nicht die „weil ich es so sage“ Mutter sein. Nein, „weil ich es so sage“ ist keine Begründung. Ein Kind sucht Antworten auf Fragen, auf die Dinge die sie machen sollen, auf so vieles. Es ist nicht zu viel verlangt seinem Kind alles zu erklären. Und auch wenn es nur die banalen Dinge des Lebens sind, dann sollen auch diese erklärt werden. Eine Stunde lang dem Kind zu erklären warum es regnet und wie es zusammenhängt und was es mit der Photosynthese auf sich hat, ist in Ordnung. Dem Kind zu erklären, warum es wichtig ist, das es seine Zähne putzt und im die Konsequenzen aufzuzeigen, was passiert, wenn man es nicht macht ist nicht zu viel verlangt. Ich will die Mutter sein, der das Reden nie zu blöd wird.

Ich will nicht die Mutter sein, der alles egal ist. Wann das Kind schlafen geht, wann es isst, ob es isst, ob es zu viel fern schaut oder nicht, ob er dreckig in den Kindergarten geht und ob er sich im Kindergarten gut benimmt oder nicht. Ich will die Mama sein, die ihrem Kind aufzeigt, wie man sich in eine Gesellschaft integriert. Ich will es motivieren die beste Version von sich selbst zu sein. Ich will ihm aufzeigen, dass es andere Möglichkeiten gibt. Natürlich darf mein Kind sich ausruhen, natürlich darf es mal wild sein und natürlich kann es auch schon mal Mahlzeiten auslassen. Aber ich will ihn dazu bringen ein Bewusstsein für sich selbst zu entwickeln. Ich will mein Kind dazu bringen, das es selbst weiß, dass zuerst gegessen werden muss, bevor es etwas Süßes gibt. Ich will dass mein Kind von sich selber aus sagt, er will jetzt statt dem Fern schauen etwas lesen oder sein Lego fertig machen. Oder vielleicht die Hausübung fertig machen, bevor er sich ausruht. Er soll selbst ein Gefühl dafür entwickeln, warum gewisse Dinge für ihn in diesem Moment besser sind. Und das schaffe ich aber nur durch aktives Da sein und durch vorbildhaftes Verhalten.

Und abschließend will ich nicht die Mama sein, die in 20 Jahren dasitzt und sich wünscht, dass sie mehr hätte für ihre Kinder machen können und sich wünscht, sie hätte sich damals mehr Zeit für sie genommen. Ich will jeden Moment bewusst leben, ich will die Entwicklung der Kinder bewusst leben und mich daran erfreuen und die wichtigen Dinge im Leben wertschätzen.

XoXo,

eure Trendmum


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