#welcometomyworld – Schwanger nach Diagnose Krebs | die Geschichte einer Leserin

Meine Lieben,

 

vor einiger Zeit veröffentlichte ich einen fiktiven Beitrag über das Thema “Schwanger nach Diagnose Krebs”. Das Feedback zu diesem Beitrag war unglaublich. Mich erreichten viele Nachrichten. Unter anderem, die einer Leserin.

Sie erzählte mir davon, dass ihr etwas ganz ähnliches widerfahren ist und dass sie gerne ihre Geschichte mit den Lesern teilen würde.

Hier findet ihr die wahre Geschichte einer Leserin von mir.

 

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Es war der Mai 2008. Unser alljährliches  Pfingstwochenende im Schwarzwald stand an. Einen Tag vorher ertastete ich im Liegen kurz vorm Einschlafen, in meiner rechten Brust einen Knubbel. Irgendwie wusste ich schon in diesem Moment, das ist nix Gutes.

Ich versuchte das lange Wochenende so unbefangen wie möglich zu genießen. Dienstag Morgen war ich gleich die Erste beim Frauenarzt. Doch diese Frau war so ziemlich das Schlimmste was einem in so einem Fall passieren kann. Ihre damaligen Worte „ in ihrem Alter hat man sowas noch nicht„ versetzen mich noch heute in Rage!

Wenn ich an diesem Tag, nicht auf einen Ultraschall bestanden hätte, wäre ich heute ganz sicher nicht auf Kreta im Urlaub mit meiner wunderbaren Familie.

Der Befund der darauffolgenden Mammographie kam am 21.05.2008. Der Tag, der alles veränderte.
Mein Freund (29, jetzt Ehemann) und ich (28 Jahre ) steckten gerade in der Kinderplanung und ich nahm den Krebs irgendwie gar nicht so wahr – ich wollte Kinder – mein zu diesem Zeitpunkt, größtes Problem!
Es folgenden endlose Gespräche über die Therapie und Operationen. Mein Freund und meine Mama waren in dieser Zeit mein Kopf – ich wollte immer nur den nächsten Schritt wissen und den zog ich auch ohne Zögern durch.
Ich habe wirklich sehr viel Glück bei meinen Ärzten gehabt – alle waren unfassbar positiv und offen mit Allem. Ich hatte 2 Operationen zur Entfernung der Tumore mit einer zeitgleichen Entnahme von Eierstockgewebe. Samit sollte mein Kinderwunsch eventuell doch noch erfüllt werden können, für den Fall, dass die Chemo die Eierstöcke schädigen würde.
Ich bekam vor der Chemo Spritzen, die mich schlagartig in die Wechseljahre versetzten. Und was soll ich sagen? … Hitzewallungen mit 28 sind nicht so lustig – aber es sollte die Eierstöcke schützen und daher dachte ich nur:  Augen zu und durch.
Die 6 Chemo Zyklen waren nicht so schlimm, wie erwartet. Natürlich hatte ich mit den üblichen Nebenwirkungen zu kämpfen, aber ich hatte nun wirklich gute Ärzte an meiner Seite und wenn man eben doch eher positiv an so eine Sache rangeht und die Psyche halbwegs stimmt, dann kann man ALLES schaffen.
Ich bekam nach der Chemo noch 30 Bestrahlungen und 1 Jahr lang eine Herceptin Behandlung alle 3Wochen. Zusätzlich sollte ich 5 Jahre lang Tamoxifen nehmen- ein Antihormon, das die Östrogen Wirkung im Körper gering hält, um die Krebszellen quasi auszuhungern.
Und ja es scheint geklappt zu haben. Wir haben die 5 Jahre durchgehalten – mein nun auch endlich Ehemann und ich, haben die 5 Jahre ohne Kind gut verbracht – mit Hochzeit, Reisen und Zeit zu zweit.
2014 im April durfte ich die Tamoxifen endlich absetzen. Mein neuer Frauenarzt bat mich um Geduld in punkto Kinderwunsch und unter einem Jahr sollte ich bloß nicht panisch werden.
Naja. Mitte September war ich aber schon schwanger. 7 positive Schwangerschaftstests, davon einer von meinem Mann ( weil die Dinger bestimmt kaputt sind ) bestätigten, dass es auch völlig ohne fremde Hilfe geklappt hatte.
Unsere Tochter kam am 31.5.2015 kerngesund und auf natürlichem Weg auf die Welt.
Stillen konnte und wollte ich nicht, da die bestrahlte Brust in der gesamten Schwangerschaft nicht mitgewachsen und noch immer sehr schmerzempfindlich ist.
Für mich war es aber eine Entscheidung, die sich nie falsch angefühlt hat.
Unsere Tochter ist jetzt 3 Jahre alt und eine wirkliche Herausforderung. Sie hat einen unfassbaren Willen und Ehrgeiz. Trotz allem ist sie unser größtes Wunder und Glück und wird immer unsere Prinzessin sein, die nach allen Regeln verwöhnt wird.
Im Moment sind wir im Urlaub auf Krea” und genießen einfach unser Leben zu Dritt. Ich hoffe ich kann mit meiner Geschichte, die jetzt doch irgendwie länger geworden ist als gewollt, anderen Betroffenen Mut machen. Die Medizin ist heute schon wirklich weit und immer positiv denken kann durchaus helfen.
…In diesem Sinne – immer schön gesund bleiben und wieder gesund werden.

 

 


 

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One thought

  1. Liebe trendmum!

    Auch ich hatte Brustkrebs mit 34 Jahren und bin jetzt im 4. Monat schwanger:-) Bei Interesse kannst du auch meine Geschichte veröffentlichen , wenn du möchtest.

    Alles Liebe

    Caroline Aliye

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