#abouteducation – was Mütter an ihrem Kindergarten nervt | das sagt die Community

Unsere Kinder gehen jeden Tag in den Kindergarten. Montag bis Freitag verbringen sie die Hälfte ihrer Woche dort und da ist es natürlich verständlich, dass die Eltern ihre Kinder in guten Händen wissen wollen. Sie wollen, dass die Betreuung passt, dass sie gesund essen und dass die Kinder sich wohl und geborgen fühlen.

Ich habe meine Instagramcommunity gefragt: “Was würdet ihr ändern wenn ihr könntet? Was nervt euch an eurem Kindergarten am meisten?” und im Anschluss daran habe ich die Betreuerinnen in meiner Community gefragt, was sie davon halten und ob man daran etwas ändern kann.

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Die Antworten waren sehr verschiedenen, ebenso wie die Reaktionen der Betreuerinnen, die mir auf Instagram folgen. Von “wie kann man sowas nur fragen?” bis hin zu “ich muss zugeben, das Essen der Kinder ist ekelhaft!” war alles dabei.

Ich muss dazu sagen, dass es hier nicht darum geht, wer etwas Falsches macht. Es geht hier lediglich um das Aufzeigen der verschiedenen Ansichten. Es geht nicht darum einen offenen Brief an die Politik zu schreiben, sondern um vielleicht etwas Verständnis für die Seiten zu schaffen. Zwischen Eltern und Kindergartenpersonal.

Hier sind also die Dinge, die Mamas nerven und was Pädagoginnen dazu sagen:

  • die Kosten

    Viele der Mamas haben geschrieben, dass sie die Kosten des Kindergartens viel zu hoch finden. Ich persönlich kann das gut nachvollziehen, da meine Kinder auch schon ein Jahr lang in eine private Einrichtung gingen. Da kann man schon mal mit Kosten von bis zu 400-500 Euro pro Kind pro Monat rechnen. So hoch war es bei mir Gott sei Dank nicht, jedoch war die Einrichtung sehr teuer im Vergleich zu öffentlichen Einrichtungen.

    Wenn man keinen Platz in einer öffentlichen Einrichtung bekommt, ist es nunmal schwierig wieder in den Beruf einzusteigen und muss das Ganze aus Kostengründen vielleicht sogar um ein halbes oder ein Jahr verschieben.

    Es habe einige dieser Reaktionen von Erzieherinnen bekommen:

    Ich arbeite selbst im Kindergarten und mein ältester Sohn besucht auch den Kindergarten. Ich verdiene nicht viel. Ich arbeite weil ich es liebe. Finde den Kindergarten bei uns auch nicht so teuer. Die Betreuung meines Kindes ist mir aber auch jeden Cent wert. Wenn der Kiga günstiger wird, muss man auch am Personal sparen und ich finde, dass die Gruppen sowieso immer größer werden und zu wenig Betreuung da ist. Ich würde sogar noch mehr zahlen, wenn noch eine Betreuerin dafür eingestellt wird. Wenn man anfängt bei der Kinderbetreuung zu sparen, spart man eben am falschen Ende.

  • das Essen

    Ein weiteres sehr intensives Gespräch hatte ich mit meinen Followern über das Essen. Hier gibt es aber sowohl von Eltern, als auch von Pädagoginnen die verschiedensten Ansichten.

    Die Eltern meinten, dass die Kinder zu viel Süßes bekommen, dass die Kinder Saft bekommen oder dass die Erzieherinnen zu wenig darauf achten, dass die Kinder genug essen.

    Hier sind einige Antworten der Erzieherinnen, die eben sehr auseinander gehen:

    Wie wäre es einfach mal, wenn die Eltern mehr kommunizieren, was sie stört? Oft erfahren wir nur über 5 Ecken, dass die Eltern unzufrieden sind. Manchmal kann man etwas am Essen ändern, oft haben wir aber einfach keinen Einfluss darauf.


    Den meisten Kindern schmeckt es aber und sie essen brav auf. Es sind nur die Eltern, die ein Problem damit haben. Würden wir das Essen ändern, würden die Kinder weniger essen.

    Ich muss den Eltern hier in diesen Punkt komplett recht geben. Das was die Kinder bei uns zu essen bekommen, würde ich persönlich nicht essen. Ich nehme mir mein Mittagessen jeden Tag von zu Hause mit, weil mir diese Fertiggerichte, die die Kinder vorgesetzt bekommen, einfach eklig sind. Wir haben hier leider keinen Einfluss darauf. Da müsste etwas direkt bei der Gemeinde gemacht werden, damit die Kinder mit frischem Essen beliefert werden.

    Habe da als Pädagogin nur teils Verständnis. Man kann es nämlich nie allen Eltern recht machen. Einmal beschweren sie die einen, wegen zu viel Fleisch, dann die anderen wegen zu wenig. Manche Eltern sagen “Hauptsache mein Kind ist satt und isst ausgewogen”, manche wollen komplette Ausgewogenheit im Kindergarten. Egal ob die Hälfte davon dann im Müll landet. Ladet man die Eltern dazu ein, den Plan mitauszuwählen, findet sich dann meistens niemand, weil keiner die Kritik der anderen Eltern einheimsen will, oder das Amt wird schnell wieder abgelegt.

    Die Essenssituation bei uns ist schlimm. Zu wenig Essen, teilweise wird es gestreckt. Ich würde mein eigenes Kind bei uns nicht essen lassen. Ich habe diesen Kindergarten nun verlassen und würde dort nie wieder arbeiten.

 

  • Die Kinder machen zu wenig Ausflüge

    Manche Eltern würden sich anscheinend wünschen, dass die Kinder öfter etwas unternehmen.

    Die Erzieherinnen waren sich in diesem Punkt alle einig. Ich persönlich muss gestehen, dass ich in diesem Punkt auch auf der Seite der Erzieherinnen bin.

    Für Ausflüge braucht man sehr viele Begleitpersonen und das gibt ein Kindergartenpersonal oft nicht her. Der Schlüssel ist 4 Kinder pro einen Erwachsenen.

    Es ist ein wahnsinniger, organisatorischer Aufwand mit 20 Kindern U-Bahn/Zug oder Bus zu fahren. Auch weil Passagiere in den öffentlichen Verkehrsmitteln absolut keine Rücksicht auf eine Kindergartengruppe nehmen.

    Die Wege sind sehr lang und anstrengend. Ein kleines Kind ist meist nicht in der Lage da mitzuhalten und die ganzen Eindrücke zu verarbeiten.

  • die ständigen Vertretungssituationen

    Manche Mamas kritisieren das ständig wechselnde Personal. Es sei für die Kinder schwierig eine Beziehung zu den Erzieherinnen aufzubauen.

    Auch wir Pädagoginnen sind nur Menschen. Wir werden krank, pflegen unsere eigenen Kinder, brauchen Urlaub oder haben andere Situationen in denen wir nicht arbeiten können. Besser es gibt eine Vertretung, als eine Gruppe wird gesperrt. Das wäre viel schlimmer für alle Eltern. Die Kinder gehen mit Vertretungssituationen eigentlich immer sehr gut um. Wir Erwachsenen haben viel mehr Probleme damit, weil wir mehr Gewohnheitstiere sind. Wichtig für das Kind ist, dass die Rahmenbedingungen die selben bleiben.

  • Die Kinder essen nicht genug

    Viele Mamas meinten, dass sie sich wünschen würden, dass die Erzieherinnen mehr darauf achten, dass die Kinder genug essen.

    Oft wollen die Kinder gar nicht jausnen und wir zwingen sie auch nicht dazu. Es gibt mehrmals eine Erinnerung, aber niemand wird dazu gezwungen. Viele Kinder kommen ohne Jause in den Kindergarten und wenn dann die Freundin nicht isst, will das eigene Kind meist dann auch nichts essen.

    Wir können die Kinder nicht dazu zwingen zu essen. Wie auch? Wir können sie lediglich immer wieder daran erinnern, dass sie es tun sollen.

  • die anderen Eltern

    Auch eine sehr häufige Antwort. Auf die es leider keine Gegenüberstellung gibt. Ich denke, dass einfach viel mehr Kommunikation nötig ist. Die Eltern der anderen Kinder kennenlernen und sie nicht nach wenigen Sätzen zu verurteilen. Ich denke, das beste ist einfach es zu akzeptieren, dass so viele verschiedene Temperamente und Ansichten aufeinander treffen und damit so ruhig wie möglich umzugehen.

Das sind einige der Ansichten, die mir gesendet wurden.

Was ich mitgenommen habe aus dieser spontanen Umfrage

Was ich persönlich mitgenommen habe? Dass an allen Enden die Kommunikation fehlt. Meistens kam von den Erzieherinnen die Frage: “Warum werden diese Dinge nicht angesprochen, wenn die Eltern unzufrieden sind?”

Mir ist bewusst, dass man viele Dinge nicht rein durch Kommunikation ändern kann. Aber es wäre ein erster Schritt. Viele Pädagoginnen waren sehr, sehr verständnisvoll was die Antworten der Eltern betrifft.

Man kann vielleicht nicht die Politik ändern, aber vielleicht kann man zusammen etwas zumindest in der Gemeinde erreichen, in der man zu Hause ist.

Habt ihr noch etwas hinzuzufügen? Was wollt ihr unbedingt noch ergänzen?

 

XoXo,

eure Trendmum

 


 

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