#steuernundco – Blogger und Influencer steuerlich betrachtet – Teil 1

Wie die meisten meiner Leserinnen und Leser wissen, bin ich nicht nur Mamabloggerin, sondern bin seit Jahren Hauptberuflich in der Steuerberatung und betreue unter Anderem auch Blogger und Influencer in Österreich.

Vor Allem spannend wurde dieses Thema für mich das erste Mal vor einigen Jahren, als ich selbst vor der ersten Steuererklärung saß und mir plötzlich bewusst wurde, dass es da einige Fragen gibt, die ich mir stellen sollte. Was ist zu versteuern, wie ist es zu versteuern und an wen wende ich mich mit meinen Fragen.

Als ich dann im Jahr 2018 in eine junge und dynamische Kanzlei wechselte, haben wir es uns zur Aufgabe gemacht diese Materie zu analysieren und etwas Licht in die Sache zu bringen.

Seit dem bin ich neben anderen Fachgebieten auf Start Ups und Blogger bzw. Influencer spezialisiert, gebe Workshops rund um das Thema “Influencer und Steuern” und möchte nun in einer kurzen Serie auf einige Fragen eingehen. Ich starte heute mit einigen Basics und werde mich nach und nach zu den wichtigsten Fragen durcharbeiten.

 

 

  1. Ab wann bin ich steuerpflichtig?

    Sobald du dich dazu entscheidest dich mit deinem Blog unternehmerisch tätig zu machen, bist du steuerpflichtig. Ein Unternehmen wird dabei als eine auf Dauer angelegte Organisation selbstständiger wirtschaftlicher Tätigkeit definiert, mag sie auch nicht auf Gewinn gerichtet sein. UGB §1 (2)

    Auf Dauer angelegt wird in weiterer Folge definiert mit der Wiederholungsabsicht.

    Es gibt in Österreich einen Veranlagungsfreibetrag von 730 Euro pro Jahr. So lange deine Einkünfte aus dieser wirtschaftlichen Tätigkeit unter 730 Euro bleiben, bist du noch nicht veranlagungspflichtig und musst somit keine Einkommensteuererklärung abgeben. Dies gilt auch wenn du bereits in einem Angestelltenverhältnis arbeitest und den Blog “nebenbei” machst. So lange diese Einkünfte die 730 Euro pro Jahr nicht übersteigen, musst du erstmal nichts melden.

    Steuern für deine Einkünfte zahlst du ab 11.000 Euro pro Jahr. (Achtung: dies gilt Einkünfte über alle 7 Einkunftsarten) Bist du also bereits angestellt und verdienst dort über 11.000 Euro pro Jahr, so ist die erste Einkunft aus deiner Bloggertätigkeit bereits zu versteuern.

  2. Muss ich ein Gewerbe anmelden?

    Das Thema Gewerbeanmeldung ist eines der Schwierigsten und meist gestellten. Grundsätzlich ist das Bloggergewerbe ein freies Gewerbe, jedoch auf jeden Fall bei der WKO Österreich anzumelden. Es gibt dabei eine Reihe von Gewerbe, die in Frage kommen würden. Welches auf deine Tätigkeit zutrifft entscheidet man anhand von einigen Kriterien. Dies ist also auf jeden Fall sehr individuell zu entscheiden.

  3. Muss ich mich bei der Sozialversicherung SVA anmelden?

    Sobald du dein Gewerbe bei der WKO anmeldest, erhält die SVA eine Benachrichtigung. Bist du mit deinem Angestelltenverhältnis bereits sozialversichert in Österreich, so kannst du dich bis zu einem Gewinn aus selbstständiger Tätigkeit von 5.361,72 (Wert 2019) und einem maximalen Umsatz von 30.000 Euro pro Jahr von der Sozialversicherung ausnehmen lassen. Dieser Antrag muss unbedingt im ersten Jahr eurer Tätigkeit bis zum 31.12. des laufenden Jahres gemacht werden. Ansonsten zahlt ihr die Beitragssätze aber dem ersten Euro Gewinn.

  4. Wo muss ich mich noch anmelden?

    Außer bei der WKO und der Sozialversicherung, sollte man bei Finanzamt noch die steuerliche Registrierung durchführen.

Das war Teil 1 der Reihe “Blogger und Influencer steuerlich betrachtet”. Ich hoffe ich konnte euch mal einen kleinen Einblick in die Welt der Steuern geben.

Für individuelle Anfragen und spezifische Fragen würde ich euch bitten mir eine Mail an p.timofte(a)artus.at zu senden.

 

XoXo,

eure Trendmum

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