#nogo – Blogger und Influencer steuerlich betrachtet – Teil 2

Im zweiten Teil meiner Reihe “Blogger und Influencer steuerlich betrachtet” möchte ich euch einen eher praktischeren Teil vorstellen.

Und zwar die:

No Go’s bei der Absetzbarkeit von Ausgaben

Ich selbst blogge seit 2014. Als ich meine erste Steuererklärung erstellt habe ist mir schnell bewusst geworden: Ui, da gibt es einige Fragen, die geklärt werden müssen.

Darüber hinaus wissen viele Bloggerkolleginnen, dass ich in der Steuerberatung tätig bin, wodurch ich auch durch mein Umfeld etliche Fragen gestellt bekomme, die es so in der Steuerwelt vorher nicht gab.

Es gibt vieles, was man von seinen Einnahmen absetzen kann. Und dann gibt es halt auch Vieles, was man niemals absetzen sollte.

Hier sind die No Go’s der Ausgaben:

  1. Ausgaben für Bekleidung jeder Art

    Ja, selbst wenn du Fashion Blogger bist – Bekleidung ist keine Ausgabe, die du im Rahmen der Steuererklärung geltend machen kannst. Die Definition “Arbeitsbekleidung” ist im Gesetz sehr streng definiert und wurde etliche Mal ausjudiziert. Da diese eben in die private Sphäre des Steuerzahlers einzuordnen ist, kann man diese auch nicht geltend machen. Selbst wenn du sie als Werbung markierst, wenn du dokumentierst, dass du damit Content erstellt hast… Diese Ausgabe wird dir bei der ersten Finanzprüfung gestrichen werden.

    Gleiches gilt zum Beispiel für Anwälte oder Steuerberater: diese können ihre Anzüge steuerlich nicht absetzen, obwohl es in der Branche Gang und Gäbe ist einen guten Anzug zu tragen und man so “ernster” genommen wird.

  2. Ausgaben für Maniküre, Beauty und Co

    Ich wurde vor einigen Wochen gefragt, ob man die Maniküre absetzen könnte. Als Begründung könnte man angeben, dass man als Influencer besser ankommt, wenn man schöne Nägel hat oder reinere Haut. Auch hier gilt das Prinzip: diese Ausgaben gehören zur privaten Lebensführung des Influencers und können nicht abgesetzt werden.

  3. Restaurantbesuche

    Für Restaurantbesuche gilt, dass man diese nur absetzen kann, wenn es sich um ein geschäftliches Essen gehandelt hat. Auch dann muss man von diese Ausgaben 50 % durch den posten “nicht abzugsfähige Repräsentationskosten” abziehen. Das Argument, dass man dort war um Content zu erstellen gilt übrigens auch nicht.

  4. Arbeitszimmer

    Ich weiß es handelt sich hierbei um ein umstrittenes Thema. Aber sofern du kein abgetrenntes Zimmer in deiner Wohnung oder deinem Haus verfügst, wo man keine privaten Dinge finden kann – auch keine Couch oder dergleichen – so kannst du kein Arbeitszimmer als Ausgabe geltend machen.

  5. Ausgaben für Inneneinrichtung

    Sofern du über keinen Show Room verfügst, wo du neu angeschaffte Dekoration ausstellen kannst, sind Ausgaben für Inneneinrichtung für dein eigenes zu Hause keine Ausgabe. Selbst wenn du hiermit Content erstellst. Alles, was zur privaten Lebensführung zählen könnte ist immer als private Ausgabe zu definieren.

 

Dies ist ein Auszug der Dinge, die mir in letzter Zeit unter gekommen ist. Mir ist bewusst, dass jeder Blog und jeder Account anders gestaltet ist und jede Ausgabe individuell beurteilt werden muss.

Das Feld des Influencers steuerlich betrachtet ist ein sehr komplexes und man sollte sich immer genau überlegen, was als Einnahme und was als Ausgabe definiert werden kann und muss.

Solltet ihr noch Fragen haben, könnt ihr euch wie immer per Mail an

p.timofte(a)artus.at wenden.

 

XoXo,

eure Trendmum

 


 

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